Pandoras Box - Monomeet - Cover
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Pandoras Box Monomeet


  • Label: Nois-O-Lution/INDIGO
  • Laufzeit: 62 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein, das hier ist nicht New York. Zwar klingt „Monomeet“ durchaus so, als könnte es gut aus dem Big Apple oder einer anderen Metropole kommen, doch weit gefehlt. Man muss im Atlas schon in der niederbayerischen Provinz suchen, um die Heimat von Pandoras.Box ausfindig machen zu können. Geisenhausen heißt der gut 6.300 Einwohner zählende Ort und offensichtlich sind mindestens fünf Söhne des Dorfs sehr kreative Köpfe. Der Beweis dafür ist das gelungene Indie-Kleinod „Monomeet“.

Der Sound von „Pandoras.Box“ klingt ein wenig, als hätten sich die Belgier von dEUS und der lakonische Bruder von Aydo Abay (Ken, Ex-Blackmail) getroffen, zusammen über Radiohead sinniert und bei der gemeinsamen Kammermusik aus die Aufnahmetaste gedrückt. Gut, der Vergleich muss in die Hose gehen und ganz so spontan und aus der Hüfte geschossen wie ein Jamprodukt hört sich das hier dann doch nicht an. Vielmehr scheinen die Herren durchaus Soundtüftler zu sein, die ihren handgemachten Indie-Prog-Rock mit wohldosierten Elektrokomponenten bewusst anreichern. Dazu gibt es sowohl breite Gitarrenwände, als auch zarte Pianoklänge und wohlige Streicherarrangements.

Das Album, das übrigens in einem Luftschutzkeller aufgenommen wurde, wirkt dabei wie aus einem Guss und könnte über weite Strecken durchaus auch als Instrumentalwerk funktionieren. Und zwar deshalb, weil die Musik selbst einfach intensiv ist und nicht etwa, weil der Gesang unstimmig ist. Im Gegenteil: die leicht distanzierte Stimme von Martin Steer passt gut und ist eine Bereicherung für die einerseits beklemmende, aber ebenso optimistische Klangwelt von „Pandoras.Box“.

Stücke wie „Nothing But The Wind“, „State Of Rust“ oder das hervorragende „Life Does Not Really Fit“ sind gute Beispiele dafür, wie vielschichtig und einnehmend Pandoras.Box sind, ohne dabei etwa allzu anstrengende, Kost abzuliefern. Intelligent, aber nicht übertrieben kopflastig. So kann man es auf den Punkt bringen.

Ohne hier die Bodenhaftung aus dem Blick zu verlieren, darf man es ruhig sagen, „Monomeet“ ist ein Statement, auch wenn es vielleicht gar nicht so gemeint ist. Keine oberflächlichen Hits, die schnell zünden, aber auch ebenso schnell verpuffen. Statt dessen Songperlen, die sich unaufdringlich einschleichen und auf Dauer einnisten. So darf und so soll Indie-Rock im Jahr 2011 klingen.

Anspieltipps:

  • Nothing But The Wind
  • State Of Rust
  • Severn Suzuki
  • Life Does Not Really Fit

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