Asa - Beautiful Imperfection - Cover
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Asa Beautiful Imperfection


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Beautiful Imperfection“ gleicht einem warmen Sommerregen, der erfrischt und genau zur richtigen Zeit kommt.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Genre-Bezeichnung „Soul“ ist nur der vielleicht größte gemeinsame Nenner der Musik auf „Beautiful Imperfection“, dem zweiten Album der in Paris geborenen Nigerianerin Asa. Wie es so oft im Falle von Genre-Bezeichnungen ist, sind sie nur eine vage Gruppierung eines meist vielfältigeren Ausdrucks. Diesen beherrscht die Gitarristin und Songwriterin Asa in Form von Soul, Pop, Folk, Funk, Reggae und was sie noch so alles benötigt, um dieses Wunderwerk von Album zu vollbringen.

„Beautiful Imperfection“ gleicht einem warmen Sommerregen, der erfrischt und genau zur richtigen Zeit kommt. Während man sich in unseren Breitengraden wohl oder übel mit dem Herbst und baldigem Winter anfreunden muss, ist dieser luftig-beschwingte und im richtigen Maße auch melancholisch wärmende Sound eine echte Perle mit der Gewissheit, diesen lieblichen, ausgeprägten Gesang von Asa tief in das Herz zu schließen.

Die Bläser und der einprägsame Groove des funkigen „Be My Man“ hallen noch lange nach, während „Preacher Man“ aus dem Gospel kommend Folk-Pop der schwelgenden Sorte und leuchtenden Piano-Einsatz serviert, um schließlich etwas ganz Eigenes zu kreieren: So zart pochend wie erfüllend zielgerichtet. In Englisch und der nigerianischen Landessprache Yoruba singend, spielt Asa mit den Stilen und dem Hörer, den sie ganz nebenbei mit jedem der zwölf Songs auf „Beautiful Imperfection“ unbekümmert losgelöst um den Finger wickelt.

Im piano-getränkten, vom innigen Schlagzeug-Beat und den jede Menge Wendungen nehmenden Bläsern geführten Blues von „The Way I Feel” fällt es dem Stimmvolumen von Asa leicht, sich komplett zu entfalten. Da darf es auch gern ein wenig heiser sein oder etwas neben der Spur liegend, denn genau diese mannigfaltigen, freigeistigen Ausdrucksformen der 28-jährigen beleben in ihrer Komplexität, um spielend leicht in jeder Sekunde (Soul-) Pop sein zu dürfen. Eine Zartheit von Album mit Langzeit-Tendenz und markanten Stichen einer Künstlerin, von der man noch hören wird.

Anspieltipps:

  • Be My Man
  • Preacher Man
  • The Way I Feel
  • Oré
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