Adoro - Glück - Cover
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Adoro Glück


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 49 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wer auf eingängige (deutsche) Popsongs in kräftigem Orchestergewand, dargeboten von Opernsängern steht, erhält mit Adoros „Glück“ eine saftige Vollbedienung.

Weihnachtszeit – Adoro-Zeit! Seit zwei Jahren, zwei Studioalben und zwei Tourneen funktioniert nun schon das Crossover-Erfolgskonzept der fünf studierten Opernsänger Lazlo Maleczky, Nico Müller, Jandy Christian Ganguly, Peter Dasch und Assaf Kacholi, nämlich ausgesuchte, vornehmlich deutsche Pophits im klassischen Gewand zu covern und mit ihren ausgebildeten Stimmen zu veredeln. Auffällige Änderungen vorzunehmen, wäre da geradezu fahrlässig. Also bleibt auch auf Album Nummer drei im Großen und Ganzen alles beim Alten, damit die zahlreichen Stammhörer nicht abgeschreckt werden.

Wer in Deutschland mit Orchesterunterstützung arbeitet und etwas Kleingeld auf der Tasche hat, der engagiert das Filmorchester Babelsberg. Dies haben auch Adoro und ihr Produzent Andy Lutschounig getan. Einen Unterschied zu anderen Orchestern wird zwar kaum jemand heraushören, aber sei’s drum. Neu ist auch, dass das Quintett für „Glück“ drei im Original englischsprachige Titel ausgewählt hat – a-has „Take on me“, David Bowies „Heroes“ und „Wind of change“ von den Scorpions. Adoro haben sich erlaubt die Texte zu übersetzen und bleiben ihrem Stil somit eins zu eins treu.

Damit findet der geneigte Hörer nach einem stilvollen Intro zehn Updates der Adoro-Sangeskunst. Darunter sind brandaktuelle Titel wie „Geboren um zu leben“ (Unheilig), Klassiker wie Peter Maffays „Nessaja“ sowie die fast schon obligatorischen Cover von Rosenstolz („Gib mir Sonne“) und Nena („Leuchtturm“). Handwerklich gibt es daran – wie zu erwarten war – rein gar nichts auszusetzen. Ein paar Textpassagen fallen zwar arg kitschig aus, doch das kann man den Sängern nicht ankreiden, da diese a.) nicht aus ihren Federn stammen und es b.) durchaus ein Nachteil sein kann, wenn der Hörer jedes Wort der Texte versteht.

Wer auf eingängige (deutsche) Popsongs in kräftigem Orchestergewand, dargeboten von Opernsängern steht, erhält mit Adoros „Glück“ eine saftige Vollbedienung, an der es kaum etwas auszusetzen gibt. Klar, Titel wie „Wind of change“, „Nessaja“ oder auch „Heroes“ sind inzwischen mehr oder weniger tot genudelt. Doch in den geschmackvollen Orchesterarrangements und mit der Gesangsperformance der fünf Herren fällt dies ungewöhnlicherweise nur bedingt ins Gewicht. Und außerdem ist bald Weihnachten. Da braucht Mann/Frau etwas fürs Herz.

Anspieltipps:

  • Leuchtturm
  • Gib mir Sonne
  • Engel fliegen einsam
  • Wie der Wind sich dreht

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