INXS - Live At Rockpalast - Cover
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INXS Live At Rockpalast


  • Label: Eagle Rock/EDEL
  • Laufzeit: 105 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Niemand kann mit bestimmter Wahrscheinlichkeit sagen, wo INXS heute ohne den mysteriösen Tod ihres Sängers Michael Hutchence wären. Eine Band unter Vielen? So groß wie z.B. U2 oder gar größer? Mühsam um Relevanz strampelnd? Die Mutmaßungen und Annahmen diesbezüglich sind vermutlich ähnlich endloser Natur wie die Theorien über den möglichen Suizid des am 22.November 1997 verstorbenen Bono Australiens. Natürlich ist sein Nachfolger Jason Dean Bennison aka J.D. Fortune, der den vakanten Posten nach dem Stellengesuch in der TV-Show „Rock Star: INXS“ besetzte, kein Stümper oder auch nur annähernd unfähig, aber wer im Juni 1997 (also gut fünf Monate vor Hutchence Tod) auf dem Loreley Festival in Deutschland zugegen war und den fesselnden Auftritt dieses Ausnahmekünstlers zu Gesicht bekam, wird zustimmen, dass Mr. Hutchence viel zu früh seinen Abschied von der Welt getätigt hat.

Glücklicherweise wurde jene Show im Rahmen der WDR-Fernsehserie „Rockpalast“ aufgezeichnet, sodass sich die Nachwelt mit der nun erschienen DVD immer wieder die Superstarqualitäten des Australiers zu Gemüte führen kann. Seine Bandmitglieder Tim Farriss (Gitarre), Kirk Pengilly (Gitarre, Saxophon), Andrew Farriss (Gitarre, Keyboard), Gary Beers (Bass) und Jon Fariss (Schlagzeug) verkommen zwar während der knapp einstündigen Show meist zu Stichwortgebern und stehen nicht annähernd auf der gleichen Stufe wie ihr zappeliger Sänger, einen soliden Job verrichten sie aber allemal und im Gegensatz zum bauchfreien Backgroundsängerinnenduo haben die fünf Musiker wesentlich mehr zu bieten als nett in die Kamera zu lächeln und im Takt zu schunkeln.

Dennoch bleibt Hutchence Dreh- und Angelpunkt des Geschehens, darf lässig mit seiner Zigarette spielen („Searching“), kleine Anektoden erzählen („Don´t lose your head“), eine emotionale Bindung mit dem Publikum eingehen („Never tear us apart“), mit der Kamera („Mystify“) oder den Sängerinnen flirten („Suicide blonde“) oder einfach zeigen wie es aussieht, wenn man Spaß an seiner Arbeit hat und die Dualität zwischen Gentleman und Rampensau perfekt verkörpert. Als Draufgabe gibt es noch sechs Bonustracks eines Konzerts von 1984 in der Hamburger „Markthalle“, das typisch für das Jahrzehnt einen stärkeren Fokus auf Synthiesounds besitzt, für INXS-Fans und alle, die es noch werden wollen, jedoch denselben mitreißenden Faktor besitzt wie das Hauptprogramm. Der größte Minuspunkt an vorliegender DVD ist lediglich, dass die richtig großen Hits der Australier an einer Hand abzuzählen sind und sich die Veröffentlichung daher hauptsächlich an Anhänger der Band richtet und die Scheibe ein Bild- und Tondokument ist, dass es live in dieser Form niemals wieder geben wird.

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