Ray Charles - Rare Genius - Cover
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Ray Charles Rare Genius


  • Label: Concord/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Für einen Ray Charles sind die Lieder größtenteils tatsächlich zu schlicht und ohne große Überraschungen oder Besonderheiten.

Michael Jackson ist nicht der einzige Musiker, von dem auch nach seinem Tod neues Material auf den Markt kommt. Vor ihm sind schon von vielen Bands und Interpreten posthum Werke auf den Markt gebracht worden. Ray Charles wird jetzt z.B. zu seinem achtzigsten Geburtstag mit „Rare Genius: The Undiscovered Masters“ geehrt – oder auch ausgebeutet. Das kann jeder sehen wie er will. Allerdings kann bei dieser Scheibe keine Rede von Hörer-Abzocke sein, da nur neuer Stoff an den Mann gebracht wird. Zehn Lieder, die zumindest noch nie auf CD und noch nie in solcher Qualität zu hören waren. Dazu wird ein Duett mit Johnny Cash versprochen. Welchem Genießer der alten Schule läuft da nicht das Wasser im Mund zusammen?

Es gibt nur eine mögliche Antwort auf die Frage, warum die Lieder auf diesem Album erst jetzt veröffentlicht werden. Es handelt sich um Ausschussware des Meisters, B-Seiten, die ihren Weg auf Alben nicht fanden. Bloße Blaupausen, um die Kreativität im Bandraum anzuheizen. Man könnte sich an den Kopf greifen, aber dann sticht der Name Ray Charles wieder ins Auge und einem fällt ein, dass es so schlimm schon nicht sein wird. Und wer erst reinhört und dann jammert, kann sich Letzteres meist sparen, da Charles von der ersten Minute Spaß macht. Zwar will kein Lied als richtiger Ohrwurm zünden oder den Hörer mit Atmosphäre umhauen, aber schön genug um vieles Andere in den Schatten zu stellen sind „Wheel Of Fortune“ oder „I'm Gonna Keep On Singin'“ auf jeden Fall.

Für einen Ray Charles sind die Lieder größtenteils tatsächlich zu schlicht und ohne große Überraschungen oder Besonderheiten. „I Don't Want Nobody“ und „She's Gone“ plätschern fast schon am Hörer vorbei, wenn da nicht diese mitreißende Stimme wäre. Auch die große Ballade entpuppt sich als ruhige Kammernummer an den christlichen Glauben zweier alter Hasen, die deswegen natürlich nicht schlecht, aber doch einen Tick zu unspektakulär ist. Aber wenn zwei solche Namen zusammen musizieren ist der Anspruch sowieso unermesslich. „Rare Genius: The Undiscovered Masters“ ist nach kurzweiligen, flüssigen 42 Minuten vorbei und langweilt zwar nie, zwingt den Hörer aber genauso wenig genau hinzuhören. Wer Ray Charles kennen lernen will, sollte sich an anderer Stelle bedienen. Sammler dürfen hier lediglich die Quantität aber nicht wirklich die Qualität ihrer Sammlung erhöhen.

Anspieltipps:

  • Wheel Of Fortune
  • I'm Gonna Keep On Singin'
  • Why Me Lord (Feat. Johnny Cash)

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