Jason Collett - Rat A Tat Tat - Cover
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Jason Collett Rat A Tat Tat


  • Label: Arts & Crafts/ALIVE
  • Laufzeit: 38 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Kanadier Jason Collett wird vornehmlich mit der Band Broken Social Scene in Verbindung gebracht, was auch vollkommen richtig ist. Seine ersten Schritte als Musiker jedoch, unternahm er mit der Andrew Cash Band, die Ende der 1980er, Anfang der 1990er aktiv war. Als Solokünstler legt er mit „Rat A Tat Tat“ sein bereits fünftes Album vor, das wiederum relativ weit entfernt von der Experimentierfreude der Broken Social Scene ist. Collett hat bisher in vielerlei Variationen Popmusik hervorgebracht, die zwar einen radiotauglichen Eindruck hinterlässt, ohne jemals einen Chartshit einzufahren. Hierfür scheint sein Songwriting zu anspruchsvoll, zu durchdacht und variantenreich.

Das hat sich auch auf seinem aktuellen „Rat A Tat Tat“ nicht geändert. Begleitet von Mitgliedern einer Band namens Zeus, die zum gleichen Zeitpunkt ein eigenes Album veröffentlicht, hat der Singer/Songwriter wieder eine schlüssige Pop-Song-Kollektion vorgelegt. Das schillert wieder in Kaleidoskop artigen Farben, kaum hat man einen an T.Rex mahnenden Glam-Rockriff (auf „Lake Superior“), der mit Beatlesharmonien flirtet, verdaut, klopft schon ein mit White Funk Licks jonglierender Song („Love Is A Dirty Word“) an die Tür. In New Wave Manier kommt „Love Is A Chain“ daher, “Cold Blue Halo” lässt an einen Bob-Dylan-Countrypop-Song denken, “Bitch City” dagegen an Lou Reed. Die Countryader der Kinks schwingt auf “Vanderpool Vanderpool” mit, ein Kanadier im britischen Pub.

Zu dispers dies alles? Im Gegenteil, „Rat A Tat Tat“ klingt wie aus einem Guss und ist ein feinst gestricktes Popalbum, das weder Indie noch dem Mainstream zuzurechnen ist. Gerade deswegen sitzt einer wie Jason Collett zwischen allen Stühlen und scheint von keiner „Szene“ so richtig wahrgenommen zu werden. Ob sich dies mit seinem fünften Album ändern wird, bleibt anzuzweifeln. Verdient hätte es der vielseitige Kanadier allemal, denn wie seine Vorgängeralben überzeugt auch sein aktuelles mit ziemlich gut gemachten Popsongs.

Anspieltipps:

  • Rave On Sad Songs
  • High Summer
  • Cold Blue Halo
  • Vanderpool Vanderpool
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