Stereolab - Not Music - Cover
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Stereolab Not Music


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 57 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Seit 20 Jahren treiben die Klang-Ästheten von Stereolab, als ständige Mitglieder und gleichzeitig Gründungsformation sind das Tim Gane sowie Laetitia Sadier, ihr Unwesen in träumerisch abgehobenen Pop-Landschaften, nicht selten mit Hang zu Klangspielereien am analogen Synthesizer und kosmischem Glanz. Die Stimme von Laetitia Sadier ist da gleichzeitig raumfüllendes Instrument wie markantes Erkennungsmerkmal, das Distanz und Nähe zu vereinen weiß. Für ihr neues Werk „Not Music“ standen noch die Aufnahmen zur Verfügung, welche bereits 2007 zu den Sessions für den Vorgänger „Chemical Chords“ (2008) im bandeigenen Instant Zero in Frankreich den Weg auf das Band fanden.

Album Nr. 12 beginnt zart hauchend verspielt, wie es die Stärke von Stereolab ist. Die Gitarren erlauben sich manch Umweg, tänzeln um Keyboard und Glockenspiel, machen „Everybody's Weird Except Me“ zu einem Ohrenschmaus, um dann nicht zuletzt vom nachfolgenden „Supah Jaianto“ anhand der herausragenden Bläser und erhaben schwingender Piano-Sounds getoppt zu werden. Immer wieder sind es die perlenden, analogen Keyboard-Einsätze, die in ihrer Verfremdung, ihrer raumgreifenden Eleganz eine Klasse für sich darstellen. Dazu begeben sich Synthesizer und Gitarren samt Bläser/Streicher-Ausführungen auf den Gipfel der leicht begehbaren, doch gestenreich strahlenden Pop-Landschaft.

Besonders ist das im 10-minütigen „Silver Hands“ zu spüren, wenn sich seelenvolle Wendungen mit bass-geführter Tanzbarkeit und dem mannigfaltigen Ausdruck in Sadiers Stimme duellieren. Ein echtes Statement für Komplexität in Pop-Regionen und so natürlich erscheinendem Raumfahrt-Szenario, wie es wohl nur Stereolab in der Form beherrschen. Spätestens dort ist die Großartigkeit von „Not Music“ auf den Punkt gebracht, obgleich auch die zweite Hälfte sorglos gut für Nachhaltigkeit in Ohr und Herz präpariert ist.

Anspieltipps:

  • Silver Hands
  • Two Finger Symphony
  • Sun Demon
  • Aelita

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