Nouvelle Vague - Couleurs Sur Paris - Cover
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Nouvelle Vague Couleurs Sur Paris


  • Label: Barclay/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Endlich mal wieder ein Coveralbum, das nicht bloße Plagiate herstellt!

In unserer heutigen Ausgabe von „Verwurstungsmusik“ geben sich Nouvelle Vague die Ehre. Die beiden Popliebhaber aus Frankreich machen seit Jahren erfolgreich Covermusik, wobei sie Originale einer Boassa-Nova-Pop-Kur unterziehen. Das Ergebnis ist wie ein lauer Sommerabend, der gemütlich die letzten Abendstunden einleitet. Es ist die Zeit nach einem harten Arbeitstag, einer schönen Feier oder dem wohlverdienten Urlaub, die mit dieser Musik angenehm ausklingen darf. Diesmal hielten Country und Bluegrass als neue Einflüsse her, die man in den neuen Versionen nicht mehr erkennt. Was beudetet dieses Coverunterfangen für den Hörer? Muss er sich die Haare raufen bei all dieser Entfremdung. Ist es nur billiger Abklatsch oder haben die Stücke außer den Texten und ein paar ähnlichen Stelen nichts miteinander gemein?

Wir leben in schnellen Zeiten und so beantworten wir die Fragen lieber schnell, anstatt leere Wörter den Raum füllen zu lassen. Den Songs kommt für das breite Publikum zu Gute, dass nicht viele die Originale kennen. Man kann entspannt an die Songs herangehen, erahnt hier und da die Ursprungsmelodie (unverkennbar zum Beispiel: die Gitarre in „L'Aventurier“) Die Mischung klingt zwar vielversprechend und durchaus substanziell, aber nach einer Stunde von recht gleichbleibender, französisch dominierter Pop-Musik mit Country-Einschlag wundert man sich zu Recht, ob das schon alles war. Ob „Putain Putain“ mit inflationärer Schimpfwortrate, „Oublions L'Amérique“ oder „2 People In A Room“ jedes dieser Lieder funktioniert einzeln, doch hintereinander treten schnell erste Ermüdungserscheinungen auf.

Endlich mal wieder ein Coveralbum, das nicht bloße Plagiate herstellt! So oder ähnlich könnte das Fazit klingen, wenn diese Eintönigkeit nicht wäre. Abgesehen von dieser Schwäche hat das Duo aus Frankreich mit Hilfe einer Vielzahl von Gästen ein durchweg gutes Album geschaffen. Jeder Track funktioniert und Lückenfüller sucht man vergebens. Das Manko, dass das Album ab und an selbst die Lücke zu sein scheint, die mit allem gefüllt wird, was die zwei Macher zu bieten haben, trübt den Eindruck jedoch dermaßen, dass es sich nur um ein ganz nettes Album, statt um eine weitere Kultplatte handelt. Es bringt einfach nichts, wenn man sich entscheiden muss, welchen Song man vergnügt mitsummt, nur damit wiederum der andere zu gleich klingt, um genau so viel Begeisterung zu erzeugen. Irgendetwas musste einfach schief gehen. Es ist schließlich ein Coveralbum.

Anspieltipps:

  • L'Aventurier
  • Sandy Sandy
  • Ophélie

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