The Shadow Theory - Behind The Black Veil - Cover
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The Shadow Theory Behind The Black Veil


  • Label: InsideOut/EMI
  • Laufzeit: 57 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wäre es nicht langsam Zeit für ein neues „DeadSoul Tribe“-Album? Was macht dieser Devon Graves eigentlich, er hat doch sonst so regelmäßig neue Musik hervorgebracht? Kaum waren diese Gedanken den Gehirnwindungen entsprungen, da erschien auch schon die Nachricht von einer neuen Band jenes Herrn Graves, The Shadow Theory. Für diese hat er einige Spitzenleute rekrutiert, wie Kristoffer Gildenlöw am Bass (ex-Pain Of Salvation, Dial) und Johanne James am Schlagzeug (Threshold). Außerdem mit dabei sind Demi Scott am Keyboard und Arne Schuppner an der Gitarre.

Wieso extra eine neue Band? Devon Graves, auch bekannt als Buddy Lackey von Psychotic Waltz, ist mit seinem Projekt DeadSoul Tribe an einem Punkt angelangt, an dem er unzufrieden war. Er wollte nicht mehr die ganze Musik alleine schreiben und einspielen, vor allem aber sollte eine neue Band endlich für eine grandiose Live-Umsetzung der Musik sorgen. Also mussten begabte Musiker her, denen er zu großen Teilen das Musikschreiben überlassen und sich selbst auf die Texte und den Gesang konzentrieren konnte. Somit ist DeadSoul Tribe mehr oder weniger zu Grabe getragen worden. Witzig ist, dass die Musik von The Shadow Theory sich beim ersten Eindruck doch sehr typisch nach Devon anhört, was sicherlich auch an seiner Stimme liegt. Sein an Jethro Tull erinnerndes Flötenspiel kommt leider deutlich seltener zum Einsatz als erwartet.

Bei näherer Betrachtung fällt auf, dass die Musik energiegeladener ist, die Riffs von Schuppner abwechslungsreicher und spannender sind als die von DeadSoul Tribe, es rockt einfach mehr. Was aber erhalten bleibt ist die einem Abgrund zugewandte düstere Atmosphäre. Kein Wunder, die Geschichte handelt von einem drogenabhängigen Rockstar (was ja nicht gerade selten vorkommt), der in einen bösen Trip abdriftet und Traum von Realität nicht mehr unterscheiden kann. Bereits am Ende von „I Open Up My Eyes“ hört man ein forderndes „Wake Up“ und einen Wecker klingeln. Das Motiv der Alpträume und die verschwimmende Grenze zwischen Wach- und Schlafzustand wird somit schnell deutlich.

Das Album wächst mit der Zeit, „Welcome“ mit seiner verspielten zweiten Hälfte und die Akustik-Temponummer „Selebrate“ machen sehr viel Spaß. Problematisch ist, dass „Behind The Black Veil“ mit dem besten Song anfängt und andere länger brauchen um beim Hörer richtig anzukommen. Besonders die letzten Lieder gefallen nicht auf Anhieb weil sie unkonventioneller sind und sich mehr trauen als ihre Vorgänger. Dazu zählen das auffällige Keyboard in „The Black Cradle“ oder das reduzierte „A Candle In The Gallery“ in dem am deutlichsten wird, dass uns Devon eine Geistergeschichte erzählt. Auch „A Symphony Of Shadows“ enthält diese Horror-Stimmung, die das wiederholte Aufwachen von einem Alptraum in den nächsten verkörpert, eine wahrlich gelungene Symphonie. Nicht alles ist Gold was hier glänzt, aber „Behind The Black Veil“ ist ein ordentliches Album, das für viele Hördurchgänge taugt.

Anspieltipps:

  • I Open Up My Eyes
  • Welcome
  • Selebrate
  • A Symphony Of Shadows

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