God Dethroned - Under The Sign Of The Iron Cross - Cover
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God Dethroned Under The Sign Of The Iron Cross


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 36 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Durch unzählige MG-Nester ist der neueste Wurf der Niederländer weniger detaillierter und ausgewogener geworden, wie man es sich gewünscht hätte.

Nicht nur Hollywood oder die Videospiel-Industrie versucht verstärkt erfolgreiche Franchises mit halbgaren Sequels und Prequels am Leben zu halten, auch in der Musik hat sich die Maxime bewährt: „Was einmal geklappt hat, funktioniert mit Sicherheit auch ein zweites Mal!“ Wo allerdings Gitarrenstreichler Carlos Santana mit seinem Gaststarkarussell nur mehr auf die Nerven fällt, ist die Idee Henri Sattlers (Gesang, Gitarre) einen Nachfolger zum grandiosen „Passiondale“ (04/2009) auf die Beine zu stellen, gar nicht so blöd. Immerhin eignen sich richtig in Szene gesetzte, unbarmherzige Todesbleimassaker ausgezeichnet um die Gräueltaten vergangener oder rezenter Kriege aufzuzeigen und an den Pranger zu stellen.

Dass sich Sattler und seine Truppe, bestehend aus Danny Tunker (Gitarre), Henk Zinger und Michiel Plicht (Schlagzeug), mit „Under the sign of the iron cross“ daher verstärkt einem direkten Vergleich mit dem Vorgänger gefallen lassen müssen, steht außer Frage, noch dazu wenn der Schauplatz erneut der erste Weltkrieg ist und mit „Passiondale“ eine verdammt starke Referenz abgeliefert wurde. Nach dem einminütigen Instrumental „The declaration of war“ geht es auch schon los und „Storm of steel“ rollt mit unbarmherzigen Doublebassgewittern und den typischen God Dethroned-Riffwällen über die von Sattler besungenen Leichen gefallener Soldaten.

In ähnlichen Größenordnungen jagt „Fire storm“ über das Schlachtfeld, während in „The killing is faceless“ die Brutalität zunimmt und der Einsatz von aggressiven Riffgranaten weitere Opfer fordert, bis „Under the sign of the iron cross“ wie schon in „Poison fog“ und „No survivors“ vom Vorgänger das Geschehen mit einem eigentlich taktisch klug gesetzten Klargesangsbeitrag beruhigen will, allerdings an der fehlenden Tiefenwirkung scheitert. Nach dieser kleineren Kurskorrektur zieht es den Hörer während „Chaos reigns at dawn“ in die Schützengräben zurück, denn anders würde man die vorbeifliegenden Schrapnelriffs wohl kaum überleben, was sogleich mit subtil eingewobenen Melodien gewürdigt wird.

„Through byzantine hemispheres“ rauscht anschließend technisch beeindruckend, aber ansonsten recht gewöhnlich an einem vorbei und der gefürchtete „Red baron“ feuert mit seinem Todesbleigeschütz unentwegt auf seine Feinde um im hinteren Teil ruhigere bis versöhnliche Gefilde anzusteuern, die im Abschluss „On fields of death & desolation“ schwermütige Züge annehmen, obwohl trotz eines hereinbrechenden Riff- und Doublebasshinterhalts das erneute Abschwellen der Kriegsmaschinerie auf der Zielgeraden die Langeweile schürt. Damit ist „Under the sign of the iron cross“ ein gelungener Aufguß von „Passiondale“, aber eben nicht mehr als ein Aufguß. Die Thematik ist ähnlich, die Struktur weist viele Parallelen auf, wurde beim Vorgänger jedoch wesentlich stimmungsvoller und packender umgesetzt und durch unzählige MG-Nester ist der neueste Wurf der Niederländer weniger detaillierter und ausgewogener geworden, wie man es sich gewünscht hätte.

Anspieltipps:

  • Storm Of Steel
  • The Red Baron
  • The Killing Is Faceless
  • Chaos Reigns At Dawn

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