Freelance Whales - Weathervanes - Cover
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Freelance Whales Weathervanes


  • Label: Zomba/Sony Music
  • Laufzeit: 45 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Das fünfköpfige Gespann Freelance Whales aus den USA bezeichnet sich selbst als Sammler und so scheint ihnen das Forschen nach einer vielseitig arrangierten Klangwelt im Spannungsfeld zwischen Analog und Digital ein leichtes zu sein. Neben den üblichen Verdächtigen unter anderem an Harmonium, Banjo, Cello, Glockenspiel und Korg-Synthesizer werkelnd, ist das Debüt „Weathervanes“ bereits seit Anfang 2009 fertig und wird nun nach einigen Konzerten in den USA sowie Kanada auch in unseren Breitengraden veröffentlicht. Sehr nah an The Postal Service, das Projekt von Jimmy Tamborello (Dntel) und ehemals Ben Gibbard (Death Cab For Cutie), kreieren Freelance Whales bei weitem nichts neues, überzeugen aber doch mit einem feinen Gespür für zauberhafte Melodien und Harmonie zwischen elektronischen wie organischen Tönen.

In schrulliger Country-Manier eröffnet ein simples Banjo-Spiel mit „Generator (First Floor)“ das Album und wird schnell um Glockenspiel samt rhythmischer Percussions ergänzt, ehe auch die Stimme neben zuckersüßem Gesang zum Rhythmusgeber wird. „Hannah“ folgt einem ähnlichen Start in den Song, wirkt aber ungleich griffiger, kompakter. Die Dynamik nimmt zu, was hier besonders dem selbstbewussteren Gesang geschuldet ist. Ehe das Geklimper an Banjo und Glockenspiel noch weiter von der Ursprungsidee eines Songs abdriftet, greift „Location“ zu einem straighten Schlagzeug-Beat, arbeitet mit Chor-Gesang und formiert die unaufdringliche Elektronik zu einem Rahmen, der bei diesem nach allen Seiten offenen Quintett unabdingbar ist.

Wer sich bis hierhin zu Recht fragt, wo denn genau die Nähe zu den unerreichten The Postal Service herrührt, bekommt die Erklärung unverfroren mit „Starring“ serviert. Ohne doppelten Boden setzen die Freelance Whales zum Höhenflug an, kommen endlich zu dem Punkt, wo einfach alles passt. Markante Drums, euphorische Synthesizer und vor allem der schlichtere Weg zum sonnigen Indie-Pop, der auf „Weathervanes“ gelegentlich zu viele Kapriolen schlägt und es sich so unnötig schwer macht. Nicht nur der Überhit „Starring“ beweist, dass die Freelance Whales ohne unnötigen Ballast aus dem Art Pop-Sektor ihre stärkste Phase haben.

Anspieltipps:

  • Hannah
  • Starring
  • Kilojoules
  • Ghosting

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