Grant Hart - Oeuvrevue - Cover
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Grant Hart Oeuvrevue


  • Label: Hazelwood/Rough Trade
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Oeuvrevue“ ist eine Kompilation mit Raritäten und Live-Aufnahmen.

Grant Hart war neben Bob Mould hauptverantwortlich für eine der einflussreichsten Bands der 1980er. Hüsker Dü war ihr Name und sie waren die Band, die den Hardcore Punk aus der Sackgasse zur Hauptstrasse namens Alternative Rock führte. Die Pixies hätte es vermutlich ohne Hüsker Dü in der bekannten Form nicht gegeben. Wer also wissen will wo der Ursprung des heute ziemlich schwammigen Begriffs Alternative Rock zu finden ist, der besorge sich Hüsker Düs Meilensteine „Zen Arcade“ (1984), „New Day Rising“ (1985), „FlipYour Wig“ (1985) und „Warehouse: Songs And Stories“ (1987). Nach der Zeit mit Hüsker Dü veröffentlichte Grant Hart Soloplatten und mit seiner Band Nova Mob. In den 2000ern reduzierte sich sein Output, zuletzt erschien sein Soloalbum „Hot Wax“ (2009).

Das vorliegende „Oeuvrevue“ ist eine Kompilation mit Raritäten sowie Live-Aufnahmen von Grant Hart aus verschiedenen Karrierephasen. Manches stammt von kaum mehr erhältlichen 7-inch-Singles und dürfte alleine deswegen ein gefundenes Fressen für den Fan sein. Insbesondere werden die Jahre von 1988 bis 1995 repräsentiert. Die Kompilation beginnt mit Songs, auf denen sich Hart lediglich zur akustischen Gitarre begleitet. Dabei handelt es sich um „The Main“ sowie einer eindringlichen Coverversion von Loves „Signed D.C.“, die original auf der EP „All Of My Songs“ war. Es folgen drei fulminante Versionen von Willie Dixons „I Just Want To Make Love To You“,„Evergreen Memorial Drive” und Dylans „Masters Of War”. Ins Zentrum dieser Zusammenstellung rücken immer wieder Titel aus Harts kreativer Zeit mit Nova Mob. Beispiele gefällig? „Shoot Your Way To Freedom“, „Oh! To Behold” oder „Persuaded” rufen einem die eindringliche Manier der Band ins Gedächtnis zurück. Aus seiner legendären Zeit mit Hüsker Dü ragt auf „Oeuvrevue“ das hymnisch-melodische „No Promise Have I Made“ heraus.

Was sich nach einer abenteuerlichen Fahrt durch Harts musikalische Geschichte anhört, funktioniert letztlich als stimmiges Album, das einerseits von seinem unverkennbaren Gesang, andererseits der einzigartigen ihn auszeichnenden Kompositionstechnik zusammengehalten wird. Immer wieder hört man in den Songs die Schnittstellen von Hardcore, Alternative Rock und Grunge heraus. „Ouevrevue“ stellt es nochmals heraus, dass Grant Hart mit Hüsker Dü seiner Zeit weit voraus war und wie er danach seinen Stil ausbaute und verfeinerte ohne das Raue und Rohe des Genres zu verraten. Im Gegenteil diese raren und live eingespielten Versionen leben von den schroff-verschachtelt gespielten Rhythmen, den unaufdringlichen Melodien, den schwirrenden Gitarrenriffs und -licks, über die sich Harts zwischen fordernd und wehmütig phrasierende Stimme legt. Gut gemachte Zusammenstellung!

Anspieltipps:

  • Signed D.C.
  • I Just Want To Make Love To You
  • Shoot Your Way To Freedom
  • Ballad # 19
  • No Promise Have I Made
  • Khalid

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