Saint Jude - Diary Of A Soul Fiend - Cover
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Saint Jude Diary Of A Soul Fiend


  • Label: Saint Jude Records/CARGO
  • Laufzeit: 44 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Rock’n’Roll mit Seele und jeder Menge Blues im Blut wie man ihn aus den 70er Jahren kennt, produziert von Chris Kimsey (Ten Years After, Emerson, Lake & Palmer, The Rolling Stones, Peter Frampton) und gefördert von Ron Wood (Gitarrist der Rolling Stones): Das sind die Newcomer Saint Jude aus London, die sich anschicken mit wunderbar altmodischer Musik für Furore zu sorgen ohne altbacken zu klingen bzw. bei den großen Bands der Epoche auf Riff-Klautour zu gehen.

Vor genau einem Jahr ging die Österreicherin Luise „Saint Lu“ Gruber mit einem vergleichbaren Griff in die Retro-Kiste und Majorlabel-Unterstützung an den Start und enttäuschte. Das kommt davon, wenn man zu laut auf den Busch trommelt und völlig überzogene Erwartungen produziert. Saint Jude lassen es da langsamer angehen. Nachdem sich die Band – Lynne Jackaman (Gesang), Adam Greene (Gitarre), Joe Glossop (Keyboards), Colin Palmer (Bass) und Lee Cook (Drums) – drei Jahre eingespielt hat und durch die Gegend tingelte, bringt sie nun ihr Debütwerk „Diary Of A Soul Find“ auf ihrem eigenen Label heraus. Damit stehen die Engländer gar nicht erst unter dem Druck einer Plattenfirma und können sich nach eigenem Gusto entwickeln.

„Diary Of A Soul Find“ wurde in den USA in Nashville und Kentucky aufgenommen, wo ein gewisser Ron Wood bei den Aufnahmen auftauchte und spontan ein paar Licks dazusteuerte. Es wurde vom legendären Produzenten Chris Kimsey betreut und geriet unter den geschilderten Rahmenbedingungen zu einem atmosphärisch dichten Album, für das der schlichte Stempel „Retro“ einfach zu banal wäre. Denn Saint Jude bemühen sich ähnlich wie ihre Kollegen von Earl Greyhound um eine eigenständige Note, die im Fall von Saint Jude zu großen Teilen auf die Kappe von Sängerin Lynne Jackaman geht, die sich als beseelte Rockröhre entpuppt und den Soul und Blues getränkten Stücken ihren Stempel aufdrückt.

Aber das alleine würde nicht reichen, wenn die Songs nichts taugen würden. Doch auch darüber muss sich der geneigte Hörer keine Sorgen machen. Die Briten rocken mit mitreißenden Songs wie „Little queen“ und „Pleased to meet you“ sowie wunderbaren Balladen wie „Down this road“ (hören wir da ein bisschen „Wild horses“ heraus?) und „Down and out“ frisch von der Leber weg und knüpfen im Prinzip dort an, wo die Black Crowes nach nur drei Alben aufgehört bzw. sich mit internen Zwistigkeiten und Kiffermucke verzettelt haben. Das ist – auch wenn der Sound nun mal retroartig ist – eine willkommene Abwechslung vom täglichen Rock- und Pop-Einerlei, die Spaß macht und uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Anspieltipps:

  • Parallel life
  • Little queen
  • Sound of fire
  • Down this road
  • Southern belles

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