Duffy - Endlessly - Cover
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Duffy Endlessly


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 34 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist fast schon wieder zwei Jahre her, dass mit der Waliserin Aimée Ann Duffy ein neuer Stern am Pop-Himmel aufging. Stilistisch orientierten sich ihre Songs am Soul der 60er Jahre, ohne den notwendigen Schuss Pop vermissen zu lassen, der für verkaufsfördernde Radioeinsätze unabdingbar ist. Am Ende standen weltweit mehrere Hitsingles sowie über 6,5 Millionen verkaufte Einheiten ihres Debütwerks „Rockferry“ zu Buche.

Bei so einem Karrierestart von Null auf Hundert kann ein normaler Mensch schon mal durchdrehen oder sonst wie den Boden unter den Füßen verlieren. Auch Duffy musste mit den Folgen des Erfolgs kämpfen und war sich lange nicht sicher, ob es ein zweites Album von ihr geben würde: „Ich bin kein Model, ich bin kein Celebrity. Also wer bin ich dann? Es wird plötzlich alles so kompliziert. Anstand zu bewahren ist sehr schwierig. Alles zu haben, was man möchte, ist wirklich ungesund.“

Merke: Nicht jeder hat Spaß daran, z.B. wie Lady Gaga, jeden Tag gaga durch die Welt zu laufen und eine Rolle zu spielen. Und so benötigte es einer besonderen Inspiration für Duffy, um ihren Fokus wieder auf die Musik zu lenken: Die britische Songwriterlegende Albert Hammond (66) bot sich als Songwriter und Produzent an und brachte als Studio-Band die HipHop-Pioniere The Roots ins Spiel. Eine Mischung, die man im Normalfall nicht mit der Sängerin Duffy assoziieren würde. Doch es funktionierte, wie Duffy froh berichtet: „Es fühlte sich fast so an, als würden Songs immer so entstehen. All diese Songs wuchsen in mir, all die ganzen Jahre. Und wir haben sie herausgeholt.“

Innerhalb von nur drei Wochen wurde „Endlessly“ in Los Angeles, London und im südspanischen Sotogrande eingespielt. Zum Vergleich: Die Arbeiten an „Rockferry“ dauerten vier Jahre. Herausgekommen ist dabei zwar nur etwas mehr als eine halbe Stunde Musik, doch die zehn neuen Songs knüpfen nahtlos an die des Vorgängers an. Angesiedelt zwischen Motown-Soul und Sixtees-Pop, mit Orchesterinstrumentierung, markanten Bläsern und diesem gewissen Wimmern und Quäken in Duffys Stimme, mit dem sie sich auch den Namen „Duffy Duck“ abholen könnte, präsentiert die 26-Jährige ein Album, das gefällig ins Ohr geht und unter dem Siegel der leichten Unterhaltung nichts falsch macht.

Die Stücke setzen sich hauptsächlich aus betont pathetischen Balladen wie „Too hurt to dance“ und „Breath away“ (ein Markenzeichen von Albert Hammond als Songwriter) sowie tanzbaren Groovern wie „Keeping my baby”, „Lovestruck“ und dem mit knackigen Bläserriffs bewusst aufdringlich arrangierten „Well well well” zusammen. Das mag ab und an etwas zu sehr wie vom Reißbrett klingen („Hard for the heart“), doch unterm Strich ändert es nichts daran, dass „Endlessly“ die Erwartungen erfüllt. Und das kann nach einem soliden bis guten Debüt wahrlich nicht von allen Zweitwerken behauptet werden.

Anspieltipps:

  • Endlessly
  • Breath away
  • Well well well
  • Keeping my baby
  • Don’t forsake me

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