The Black Eyed Peas - The Beginning - Cover
Große Ansicht

The Black Eyed Peas The Beginning


  • Label: Interscope/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 55 Minuten
Artikel teilen:
2/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Für die einen klang das letztjährige Album „The E.N.D.“ (06/2009) der Black Eyed Peas wie der Untergang des Abendlandes, für die anderen wie eine neuartige musikalische Offenbarung, die nach einer sehr schwachen ersten Single („Boom boom pow“) auch kommerziell die Kurve bekam und angeführt von Songs wie „I gotta feeling“, „Meet me halfway“ und „Imma be“ zum Dauerfeuer auf die weltweiten Charts ansetzte. Damit konnte mit „The E.N.D.“ nicht das (erhoffte) Ende der Black Eyed Peas eingeläutet werden, das der eine oder andere aus dem Titel herausgelesen hatte und vielleicht auch von der Band ob der gewagten Sound-Experimente nicht so ganz ausgeschlossen werden konnte.

Doch jetzt geht es frei nach Oliver Kahn weiter, immer weiter und nach „The E.N.D.“ folgt „The Beginning“. Ein bisschen früh vielleicht, keine 18 Monate nach dem letzten Werk, aber das muss nichts heißen. Entscheiden muss sich der Käufer dabei zwischen der regulären Version mit einem Dutzend neuer Tracks, einer Deluxe Edition mit 15 Songs sowie einer Super-Deluxe-Ausgabe mit 23 Stücken, wobei hiervon fünf Songs als „The Best Of The E.N.D.“ nochmals verbraten werden.

„The Beginning“ setzt den auf „The E.N.D.“ eingeschlagenen Stil nahtlos fort. Mehr muss zum sechsten Studiowerk der Black Eyed Peas im Prinzip nicht gesagt werden. Und ganz ehrlich: Etwas anderes wäre auch äußerst überraschend gewesen. Die Black Eyed Peas befinden sich seit der „The E.N.D.“-Veröffentlichung fast ununterbrochen auf weltweiter Promotiontour. Woher sollen Will.I.Am, Taboo, Fergie und Apl.De.Ap die Zeit für eine komplett neues, ausproduziertes Album hergenommen haben?

Es darf also getrost davon ausgegangen werden, dass „The Beginning“ zu erheblichen Teilen aus „The E.N.D.“ Session-Überbleibseln besteht. Und damit bleibt der bizarre Remix-Charakter auch bei den vorliegenden Tracks erhalten, genau wie der Gesang beinahe zu 100% aus Autotune-Effekten besteht. Elektronisches Pluckern und Fiepen soll zeitgemäße Songs vortäuschen, während Samples aus den 70er und 80er Jahren („Children’s story“ von Slick Rick oder „(I’ve had the) time of my life“ von Bill Medley & Jennifer Warnes, „My forbidden lover“ von Chic, „Here I come“ von Barrington Levy) einen gewissen Kultfaktor vorgeben wollen. Die Texte sind wiederum an das feierwillige Partypublikum gerichtet und damit nicht besprechungswürdig. Doch was ist an „The Beginning“ überhaupt besprechungswürdig?

Die Black Eyed Peas werfen – vermutlich auf Bitten ihres Labels – eine Sammlung von minderwertigen Rhythmen und Geräuschen, die sich der Rezensent nur schwer Songs zu nennen getraut, auf den weihnachtlichen Musikbazar. Das ist ärgerlich, aber auch einem ziemlich kaputten Musikmarkt geschuldet. Deshalb muss das zahlende Publikum in die Verantwortung genommen werden, damit „The Beginning“ kein kommerzieller Erfolg wird. Sonst erleben wir tatsächlich den Untergang des Abendlandes.

Anspieltipps:

  • Someday
  • Whenever
  • Do it like this
  • Just can’t get enough

Neue Kritiken im Genre „Pop“
5.5/10

Songs Of Experience
  • 2017    
Diskutiere über „The Black Eyed Peas“
comments powered by Disqus