Yngwie Malmsteen - Relentless - Cover
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Yngwie Malmsteen Relentless


  • Label: Rising Force Records
  • Laufzeit: 68 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der schwedische Gitarrist Yngwie Malmsteen (47) zählt nicht gerade zu den beliebtesten Zeitgenossen, weil er im Umgang mit der Presse und Musikerkollegen des Öfteren eine recht herrische und arrogante Art an den Tag legt. Dabei wird er für seinen musikalischen Stil, bei dem er klassische Elemente mit Hardrock und Heavy Metal verbindet sowie als Komponist respektiert und mit den Großen seiner Zunft in einem Atemzug genannt. Seit Mitte der 80er Jahre veröffentlicht Malmsteen mit häufig wechselnden Begleitmusikern Soloalben, wobei die Kreativitätskurve des 47-Jährigen mitunter achterbahnartige Formen angenommen hat.

Die Hard’n’Heavy-Gemeinde reißt dem Gitarrenvirtuosen schon seit ein paar Jahren nicht mehr jedes Album kritiklos und hingebungsvoll ergeben aus der Hand. Denn auch Kunst gehört so verpackt, dass das Publikum etwas damit anfangen kann. In endloses Gedudel investiert jedenfalls keiner so schnell sein hart verdientes Geld. Dabei gilt es für Malmsteen „nur“ sein übergroßes Ego im Zaum zu halten und andere Musiker neben sich nicht immer in Grund und Boden spielen zu wollen.

Die Verpflichtung von Tim „Ripper“ Owens (u.a. Ex-Judas Priest, Ex-Iced Earth) als Sänger für das 2008er Album „Perpetual Flame“ galt dabei oberflächlich betrachtet als Schritt in die richtige Richtung. Im Detail frönte der Wahl-Amerikaner aber auch auf diesem Werk seinem grenzenlosen Ego zwischen Genie und Wahnsinn. Ein Umstand, der sich auf dem neuen Werk „Relentless“ nicht geändert hat. Neben Keyboarder Nick Marino und Drummer Patrick Johansson muss sich der Ripper leidenschaftlich mühen, um zwischen den in rasender Geschwindigkeit dargebotenen Tonleitern eine Nische für sein markantes Organ zu finden, was gar nicht so leicht ist.

Denn dass es genauso gut ohne Gesang geht, beweisen herausragende Tracks wie die zwischen Klassik und Hardrock angesiedelten „Shot across the bow“ und „Knight of the Vasa order“. Nimmt sich der Meister an der Gitarre mal ein kleinwenig zurück, geht es allerdings auch, wie in „Look at you now“ zu hören ist. Und zwar gar nicht schlecht. Der Witz an der Sache: Hier singt Yngwie Malmsteen höchstpersönlich und der Ripper schaut in die Röhre. Wenn man nicht alles selber macht...

Den Yngwie-Malmsteen-Fans muss „Relentless“ nicht großartig erklärt werden. Der Maestro serviert wie gehabt melodiösen Hardrock und Heavy Metal mit Klassik-Einschlag und tobt sich dabei auf der Gitarre aus, dass jedem Gitarrenschüler Tränen der Freude über wie Wangen laufen. Otto Normalhörer könnte sich dagegen bei der einen oder andern Skalen-Hopserei vorzeitig verabschieden und überfordert nach der Skip-Taste fingern. Also alles beim Alten, wenn es heißt eine neue Platte von Herrn Malmsteen unter die Lupe zu nehmen.

Anspieltipps:

  • Enemy within
  • Caged animal
  • Shot across the bow
  • Knight of the Vasa order

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