Natasha Bedingfield - Strip Me Away - Cover
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Natasha Bedingfield Strip Me Away


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Zeiten, in denen Natasha Bedingfield ein international erfolgreiches Pop- und R&B-Sternchen war, sind längst vorbei, denn bereits der Nachfolger zum Debüt „Unwritten“ (10/2004), das immerhin über 2 Millionen Einheiten absetzte, schwächelte stark und konnte sich kaum in den Charts behaupten, was dazu führte, dass „N.B.“ (05/2007), auf den Markt in Amerika und Kanada zugeschnitten, mit veränderter Songliste unter dem Titel „Pocketful of sunshine“ (01/2008) veröffentlicht wurde. Die 29jährige Britin konnte durch diesen Schachzug zwar über eine dreiviertel Million verkaufter Platten ihrem Portfolio hinzufügen, ein Indikator für das erneut exklusiv in den Vereinigten Staaten und Kanada erhältliche „Strip me“ war dies jedoch nicht. Die dritte bzw. vierte Veröffentlichung Bedingfields (je nach Zählweise) war ein kommerzielles Desaster, für das sich in der ersten Woche nicht einmal 10.000 Käufer finden ließen.

Unter der Bezeichnung „Strip Me Away“ wird nun die internationale Fassung des Albums vorgelegt, die lediglich um zwei Nummern von „Pocketful Of Sunshine“ („Put your arms around me“ und „Pocketful of sunshine“) und dem eigentlich exklusiven Itunes-Vorbestellersong „Unexpected hero“ erweitert wurde, was die Verkaufszahlen allerdings nicht übermäßig ankurbeln wird. Der an und für sich krisensichere Produzenten- und Songwriterstab hinter „Strip me“ bzw. „Strip me away“ ist dafür jedenfalls nicht verantwortlich. John Shanks (Take That, Bon Jovi, Celiné Dion, Anastacia), Ryan Tedder (Frontmann von One Republic und als Produzent für u.a. Kelly Clarkson, Leona Lewis, James Morrison tätig), Danielle Brisebois (Kylie Minogue, Clay Aiken, Sophie Ellis-Bextor), Wayne Wilkins (Keri Hilson, Cheryl Cole, Delta Goodrem), Steve Kipner (Christina Aguilera, The Script, Kelly Rowland), Andreas Kleerup (Cyndi Lauper, Lykke Li) und Francis „Eg“ White (Adele, Duffy, Will Young) haben der Dame mit der rauchig-kratzigen Stimme ein modernes Pop/Dance/R&B-Album auf den Leib geschneidert, das zwar nicht annähernd in der ersten Aufmerksamkeitsliga wie Rihanna, Lady Gaga oder Kesha spielt, aber durchaus für den einen oder anderen kräftigen Ohrwurm sorgt.

Schunkelige Kopfnicker („Little too much“, „Strip me“) geben sich mit stampfend-perkussiven Beineschüttlern („Neon lights“) die Klinke in die Hand, aufgeregter Pop („Can´t fall down“) wird mit balladesken Tönen („Try“, „Break thru“, „Recover“) besänftigt und zwischendurch schielt Natasha dezent auf die elektrifizierten Tanzflächen der The Black Eyed Peas-Partygesellschaften („Touch“), bandelt mit Kevin Rudolf und seinem einzigartigen wie lästigen Hip Hop/Rock-Gemisch an („All i need“) oder erinnert sich an den lockeren Gestus ihres Debüts („Run-run-run“, „No Mozart“, „Weightless (Less is more Version)“). Das tönt alles herrlich unkompliziert aus den Boxen und braucht sich nicht vor anderen, aktuellen Popalben verstecken, doch gerade die fehlenden exzessiv-sexuellen bzw. provozierenden Reibungsflächen ähnlicher Konkurrentinnen befördern den Longplayer auf ein imaginäres Abstellgleis, von wo es erst einmal für jeden selbst abgeholt und entdeckt werden muss. Wer minutenlanges Gestöhne und kratzende Bummsbeats aber ohnehin satt hat, sollte hiermit auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

Anspieltipps:

  • No Mozart
  • Neon Lights
  • Can´t Fall Down
  • Weightless (Less Is More Version)

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