Motörhead - The Wörld Is Yours - Cover
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Motörhead The Wörld Is Yours


  • Label: Capitol/EMI
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein Schuss mehr Abwechslung hätte „The Wörld Is Yours“ sicher besser getan, als zehnmal denselben Stiefel runterzureißen.

Durch die zwischenzeitliche Insolvenz von SPV Records hat es Motörhead auf ihre alten Tage (man feiert in diesem Jahr das 35jährige Band-Bestehen sowie den 65. Geburtstag von Frontwarze Lemmy) noch einmal zu einer neuen (Major-)Plattenfirma verschlagen. Das Trio hat nämlich mit „Motörhead Music“ sein eigenes Label gegründet, das von EMI vertrieben wird. Damit soll ein erneutes Desaster wie zu Epic-Records-Zeiten Anfang der 90er Jahre vermieden werden.

Der Labelwechsel ist allerdings auch die einzige nennenswerte Veränderung im Hause Motörhead. Musikalisch knüpfen die Herren Lemmy Kilmister, Phil Campbell und Mikkey Dee auf ihrem (grob überschlagen) 21. Album an ihren typischen Stil und Sound an, was inzwischen nicht mehr überraschen sollte. Die Zeit der (wenn auch nur kleinen) Experimente bzw. Stilvariationen (die es tatsächlich mal gegeben hat!) scheint endgültig vorüber zu sein. Das ist schade, denn die Band versteht es sehr wohl, knackige Groove-Monster mit High-Speed-Rockern und süffigen Balladen zu mischen.

Auf „The Wörld Is Yours“ wird bedauerlicherweise gar nichts gemischt. Das Album besteht aus zehn überdurchschnittlichen (nicht mehr und nicht weniger, leider!) Songs, die sich alle eines ähnlichen Schemas und Tempos bedienen. So richtig Spaß macht das am Stück genossen nicht, auch wenn für Motörhead nach wie vor gilt: Hauptsache laut und immer schnell auf den Punkt kommen. Das funktioniert bei Tracks wie dem Doublebass-getriebenen Opener „Born to lose“ oder dem kernigen Rausschmeißer „Bye bye bitch bye bye“ durchaus sehr gut, vor allem dann, wenn Philip Campbell mit seinen markanten Gitarrensoli Duftmarken setzen darf.

Auch Stücke wie „I know how to die“ oder „Devils in my head“ stellen klassisches Motörhead-Futter dar, an dem es im Prinzip nichts auszusetzen gibt. Doch bezogen auf die gesamte Albumlänge haben sich Motörhead schon lange nicht mehr so eintönig präsentiert. Natürlich wollen und müssen sich Motörhead nicht mehr neu erfinden. Das verlangt ja auch niemand von AC/DC, Kiss oder Iron Maiden. Aber einen Schuss mehr Abwechslung hätte „The Wörld Is Yours“ sicher besser getan, als zehnmal denselben Stiefel runterzureißen.

Anspieltipps:

  • Outlaw
  • Born to lose
  • Devils in my head
  • Bye bye bitch bye bye

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