Ali Campbell - Great British Songs - Cover
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Ali Campbell Great British Songs


  • Label: earMusic/EDEL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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3.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Niemand hätte dieses Album gebraucht, aber jetzt können sich viele Menschen freuen, wie vielseitig Campbell ist oder ihn als Meister des Plagiats abstempeln.

Was haben The Beatles, Rolling Stones, Free, The Hollies, Roxy Music, Rod Stewart, The Who, The Kinks und Gerry Rafferty gemein? Richtig, sie klingen alle gleich! Menschen steigen auf Barrikaden, London erklärt dem Rezensenten den Krieg und verbietet die Einreise bis in die siebte Generation der Nachkommen. Diese Namen sind britisches Musikkulturgut! Immer ruhig mit den wilden Pferden! Die Qualität dieser Interpreten soll gar nicht bestritten werden, doch Ali Campbell, der normalerweise auch positiv auffällt, schafft es, den Charme großer Hits auf immer gleich Dub-Rhythmen zu reduzieren und Langeweile am Band zu liefern.

Warum jetzt noch weiter schreiben? Eine Rechtfertigung dieser harten Worte wäre wohl angebracht. Ja, Dub und Reggae sind anerkannte und teilweise wirklich gut besetzte Genres, aber all jene Songs die Campbell covert, ziehen eine gewisse Energie aus ihrem originalen Stil. Dieses besondere Etwas, dass die Stones in ihrem Rock mitgaben, geht unter Dub-Beats völlig verloren und die Beatles klingen gefährlich stark nach Fahrstuhlmusik mit Südseefeeling („Got To Get You Into My Life“). Die Stärken der Lieder liegen ausnahmslos in den Momenten, wenn das Original durchschimmert und man die entfremdete, allzu bekannte Melodie des jeweiligen Liedes mit summt. Zwar sind die Tracks nicht schlecht, was bei gegebenen Material nahezu unmöglich sein sollte, doch mehr als in Ordnung sind die Interpretationen nicht, was einem Desaster auf diesem Niveau gleichkommt.

Niemand hätte dieses Album gebraucht, aber jetzt können sich viele Menschen freuen, wie vielseitig Campbell ist oder ihn als Meister des Plagiats abstempeln. Wir wollen keines von beidem tun, sondern wünschen uns einfach nur, dass Ali Campbell eigene Kompositionen schreibt, die auf Reggae ausgelegt sind, anstatt große Hits in ein Korsett zu pressen, welches diesen sämtlichen Charme raubt. Man kann nur hoffen, dass dem Herren nicht die Ideen ausgegangen sind oder das Album ein bloßer PR-Artikel für die Vorweihnachtszeit ist. Selbst wenn es so sein sollte, werden die meisten Menschen eher einen Bogen um dieses lieblos wirkende Album machen.

Anspieltipps:

  • Baker Street (Gerry Rafferty)
  • Honky Tonk Women (Rolling Stones)

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