Michael Jackson - Michael - Cover
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Michael Jackson Michael


  • Label: Epic/Sony Music
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Als Michael Jackson, The King of Pop, am 25. Juni 2009 vollkommen überraschend verstarb, galt es als besiegelt, dass sein musikalisches Erbe ab sofort bis ins kleinste Details ausgeschlachtet werden würde. Allein der Gedanke, dass Jacko seit vielen Jahren an neuen Songs arbeitete (das letzte reguläre Werk „Invincible“ stammt aus dem Jahr 2001), aus denen sich ein weiteres Studioalbum basteln ließe, dürfte bei jedem Labelmanager für Dollarzeichen in den Augen gesorgt haben. Und schaut man sich Jackos Verkaufszahlen nach seinem Tod an, lässt sich das nervöse Glitzern in den Augen der Plattenbosse gut nachvollziehen.

Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft wird er nun tatsächlich veröffentlicht. Der letzte große Umsatzträger des Jahres: Das neue (aber wohl eher nicht das letzte) Studioalbum von Michael Jackson! Schon allein die Neugierde dürfte die Menschen in Scharen zu der CD greifen lassen, die offiziell neun unveröffentlichte Gesangsdarbietungen des Meisters aufbietet, aus denen mit modernster Studiotechnik ein komplettes Album geschustert wurde. Als Gäste bzw. Songwriter versammeln sich Lenny Kravitz, 50 Cent und Akon, auf dessen Kappe auch die erste Single „Hold my hand“ geht – ein klassischer Popsong im typischen Akon-Style mit einer eingängigen Melodie und klassischem Jacko-„Friede, Freude, Eierkuchen“-Text, der das Zeug zum Hit hat und einen guten Appetitanreger auf das Album abgibt.

Dieses gliedert sich in die üblichen musikalischen Markenzeichen Michael Jacksons. Als da wären: Tanzbare Tracks wie „Behind the mask“, „Hollywood tonight“, „Monster“ (mit einem nachträglich eingebauten Rap von 50 Cent) und „Breaking news“ (in dem es um Michaels alten Kampf gegen die Yellow Press und Paparazzi geht), die rhythmisch auf der Höhe der Zeit sind und streckenweise an die „Blood On The Dance Floor“-Phase erinnern. Dazu kommen beschwingte Popsongs wie „Best of joy” und sommerlich leichte Liebeslieder wie „(I like) the way you love me“ sowie herrlich pathetische Balladen wie „Much too soon“ und „Keep your head up“, wobei letztere mit großen Gesten und einem geschickt eingesetzten Gospelchor garantiert allen Jacko-Fans die Tränen in die Augen treiben wird.

Damit lässt sich erleichtert feststellen, dass sich „Michael” wie ein „normales” Jacko-Album anhört und nicht wie ein Produkt von Rudis Resterampe, für das irgendwelche Fragmente zusammengebastelt wurden, auch wenn dies letztendlich so war. Die zehn Songs sind solide bis gut, aber bis auf „Hold my hand“ und „Keep your head up“ nicht überragend. Dazu fällt auf, dass Jacksons Gesangsleistung bis auf wenige Ausnahmen wie in „(I can’t make it) another day“ etwas zurückhaltend ausgefallen ist, so als wären es nicht die finalen Versionen. Doch sei’s drum. Mit dem Ergebnis lässt es sich leben, denn es hätte ja auch viel schlimmer kommen können, wenn man nur den schnöden Mammon im Kopf hat.

Anspieltipps:

  • Monster
  • Hold my hand
  • Keep your head up
  • (I can’t make it) another day

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