Tankard - Vol(l)ume 14 - Cover
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Tankard Vol(l)ume 14


  • Label: AFM/SOULFOOD
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Auf „Vol(l)ume 14” sicherten sich Tankard die Dienste von Produzent Michael Mainx, der dem Quartett einen abgespeckten, pappig-schönen Old-School-Sound zurechtschneiderte.

Wahrlich auf den allerletzten Drücker in diesem Jahr stürmen die hessischen Thrash-Urgesteine von Tankard um den im Diätwahnsinn gefühlt um die Hälfte seines Gewichts dahin geschmolzenen Frontmann Andreas „Gerre“ Geremia mit ihrem neuen Album „Vol(l)ume 14” die Plattenläden. Aber das war beim Vorgänger „Thirst“ (12/2008) auch schon nicht anders. Wo andere schon längst den Winterschlaf begonnen haben, starten die vier Frankfurter Ebbelwoi-Propheten so richtig durch.

Auf „Vol(l)ume 14” vertrauten Tankard nicht wie zuletzt auf Andy Classen als Produzent, sondern sicherten sich die Dienste von Michael Mainx (Böhse Onkelz, Disbelief, Der W), der dem Quartett einen abgespeckten, pappig-schönen Old-School-Sound zurechtschneiderte, den die Jungs mit auffallend melodiösen Kompositionen ausstaffiert haben. Dass dabei schon länger – und so auch auf diesem Album – keine Kulthits wie „Zombie attack“ oder „Empty tankard“ mehr herausspringen, verzeihen die Fans den Frankfurtern trotz allem gerne. Schließlich stimmt die Qualität nach wie vor.

Auch ohne den jugendlichen Kult früherer Jahre bekommen geneigte Thrash-Anhänger auf Tankards 14. Langeisen genügend überdurchschnittliches Material auf die Mütze. Mit an Wortspielen reichen Texten zwischen Sozialkritik („Black plague“), beißendem Humor („Brain piercing of death“) und den üblichen Alkoholeskapaden („Beck’s in the city“) feuern die Hessen zehn gut geölte Thrash-Geschosse auf die Zuhörerschaft ab, die den Weihnachtsbaum gefährlich wackeln lassen. Recht so!

Für Tankard-Jünger stellt „Vol(l)ume 14” sicher einen Pflichtkauf dar, der der breiten Thrasher-Schar nicht zwingend gefallen muss, aber durchaus könnte. Denn die Hessen haben ihre etwas alberne Text-Komponente zurückgefahren und zeigen sich inhaltlich gereifter und musikalisch vielseitiger. Das geht zwar zulasten des früheren Hau-Drauf-Vergnügens, aber wie es nun mal so ist im Leben: Man(n) kann ja nicht alles haben.

Anspieltipps:

  • The agency
  • Condemnation
  • Black plague (BP)
  • Weekend warriors
  • Brain piercing of death

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