Magnum - The Visitation - Cover
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Magnum The Visitation


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 57 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In einer Musikszene, die zunehmend lauter über den Mangel an Konstanz und künstlerischem Niveau klagt, verfügen Magnum über genau diese Qualitäten.

Nach ihrer Wiedervereinigung 2001 scheint sich das britische Hardrock-Urgestein Magnum damit begnügen zu wollen, lediglich nette, aber nicht herausragende Alben ihren Fans vorzulegen. Andererseits: Wenn der Erfolg dermaßen schwankend ist, wie bei Bob Catley (Gesang), Tony Clarkin (Gitarre), Al Barrow (Bass), Mark Stanway (Keyboard) und Harry James (Schlagzeug), dann können die Anhänger froh sein, wenn überhaupt noch etwas von den melodieseligen Briten auf den Markt kommt. Die Erwartungen an ein neues Magnum-Werk sollten trotzdem nicht in Gleichgültigkeit ausarten, denn wer weiß, ob Catley & Co. nicht plötzlich mit einem Kracher wie „On a storyteller´s night“ (05/1985) um die Ecke kommen?

2011 ist es jedoch leider noch nicht soweit. „The visitation“, die mittlerweile 16. Langrille in der bald 40jährigen Geschichte Magnums, ist erneut eine hervorragend eingespielte, aber selten überraschende Melodic Rock-Scheibe geworden, die außer den wirklich zündenden Ideen alles mitbringt, was der gemeine Fan erwartet: Einen druckvollen Opener, in dem Catley seine stimmlichen Vorzüge eingehend präsentieren kann („Black skies“), andächtig-schunkelnde, sich vor dem Hörer ausbreitende Geschichten, die gerne in Endlosschleifen hängen bleiben („The last frontier“, „Wild angels“, „Tonight´s the night“, „Mother nature´s final dance“), keyboardgestützte Rocker in flotterer Ummantelung („Doors to nowhere“, „Spin like a wheel“, „Midnight kings“) und vom Rhythmus gefangene Nummern, die entweder schnell lästig werden („The visitation“) oder einen der Höhepunkte von „The visitation“ markieren („Freedom day“).

„In einer Musikszene, die zunehmend lauter über den Mangel an Konstanz und künstlerischem Niveau klagt, verfügen Magnum über genau diese Qualitäten“ belehrt der Waschzettel der Plattenfirma und trifft damit den Nagel auf den Punkt. „The visitation“ ist kein Ausnahmealbum oder gar ein Rückschritt. Es steht schlicht und ergreifend in der kompositorischen Tradition der bisherigen Diskographie der Briten und ist inszenatorisch über jeden Zweifel erhaben. Etwas mehr Mut könnten die Hardrock-Dinos zwar gerne an den Tag legen, doch bevor sich jemand über „den Mangel an Konstanz“ beklagt, ist vorliegendes Werk völlig in Ordnung.

Anspieltipps:

  • Black Skies
  • Freedom Day
  • Mother Nature´s Final Dance

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