Helstar - Rising From The Grave - Cover
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Helstar Rising From The Grave


  • Label: Metal Blade/Sony Music
  • Laufzeit: 161 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das texanische Fünfergespann Helstar hatte eigentlich alles: Einen klingenden, leicht zu merkenden Namen, die technischen Voraussetzungen um gegen die Konkurrenz nicht abzusaufen und nach zwei Demos einen Deal mit Combat Records, was James Rivera (Gesang), Larry Barragan (Gitarre), Andre Corbin (Gitarre), Jerry Abarca (Bass, Keyboard) und Frank Ferreira (Schlagzeug) zu Labelkollegen von Megadeth und Exodus machte. Den internationalen Durchbruch bzw. flächendeckenden Bekanntheitsgrad durften sie trotzdem mit der Lupe suchen, weswegen die Truppe nach fünf Alben, die, abgesehen von „Multiples of black“ (03/1995), allesamt auf euphorische Kritiken stießen, vorläufig auf Eis gelegt wurde.

Mehr als zehn Jahre später wollen es Helstar noch einmal wissen, schicken die Greatest Hits-Compilation „Sins of my past“ (11/2007) vor und knallen mit „The king of hell“ (09/2008) ein Comeback auf den Tisch, das den Geist der 80er mit der Moderne stimmungsvoll vereint. Bevor jedoch erneut nachgelegt wird, geben Metal Blade eine kleine Geschichtsstunde und veröffentlichen mit „Rising from the grave“ ein vollgestopftes Paket aus der Hochzeit der Texaner, das neben den beiden Alben „A distant thunder“ (12/1988) und „Nosferatu“ (09/1989) noch eine Bonus-DVD enthält, welche Helstar bei einem ihrer energiegeladenen Auftritte aus dem Backstage Club in Houston zeigt.

Über die beiden, leicht aufpolierten Studioalben braucht man eigentlich nicht viele Worte verlieren. Für die einen war bzw. ist „A distant thunder“ mit seiner Mischung aus Judas Priest (Melodieführung und Struktur), Iron Maiden (Stimme und Progressivität) und Iced Earth (Power) bis heute ein Klassiker und die Dracula-Konzeptscheibe „Nosferatu“ durch ihre klassisch angelegten Riffs (z.B. in „Perseverance and desperation“ oder „Aieliaria and Everonn“) und dem angezogenen Härtegrad sowieso über jeden Zweifel erhaben, für viele andere waren Helstar aber gerade wegen der gewöhnungsbedürftigen Theatralik von Sänger Rivera, der oft und gerne hohe Schreie in seine normale Performance einbaute, zu speziell um sich näher mit den epischen („Winds of war“, „Abandon ship“, „The curse has passed away“), wuchtigen („Tyrannicide“, „Harker´s tale“), progressiven („Genius of insanity“, „The whore of Babylon“, „Benediction“, „Harsh reality“) und nur selten hitverdächtigen („Swirling madness“) Tracks zu beschäftigen.

Gerade das Lager der Helstar-Befürworter wird die Bonus-DVD daher mit offenen Armen empfangen, zeigen die 75 Minuten schließlich das texanische Fünfergespann in Reinkultur, selbst wenn der Silberling optisch einer mittelmäßigen VHS-Sicherungskopie entspricht und der Ton keinerlei Tiefen aufweist. „Rising from the grave“ richtet sich aber nicht nur an alteingesessene Fans der Truppe, sondern auch an aufgeschlossene Metalheads, die vor einem ausgewogenen Stilmix keine Angst haben und an jene, die Ende der 80er versäumt haben, sich „A distant thunder“ und „Nosferatu“ in den Schrank zu stellen, denn hier haben wir es mit einem amtlichen „Value for money“-Paket zu tun.

Anspieltipps:

  • Tyrannicide
  • Benediction
  • Winds Of War
  • Harker´s Tale (Mass Of Death)

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