Yello - Yello By Yello: The Anthology - Cover
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Yello Yello By Yello: The Anthology


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 300 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor zwei Jahren feierte das Schweizer Electro-Pop-Duo Yello (Boris Blank und Dieter Meier) sein 30-jähriges Jubiläum im Pop-Business und veröffentlichte in diesem Rahmen mit „Touch Yello“ (10/2009) nach einer exakt sechsjährigen Pause auch ein neues Studioalbum, das von der Presse wohlwollend aufgenommen wurde. Da das Werk auch in den Charts gut ankam, ist es nur logisch, dass zum Weihnachtsgeschäft noch einmal mit Yello Kasse gemacht werden soll. Schließlich erscheinen zu keiner anderen Zeit des Jahres mehr „Greatest Hits“-, „Best Of“- und Live-Alben sowie luxuriöse Box-Sets.

Im Fall von Yello kann der interessierte Käufer entscheiden, ob er sich für kleines Geld eine kompakte „Singles Collection“ mit 21 Songs auf CD plus 23 Songs auf DVD zulegen oder lieber etwas tiefer in die Tasche greifen möchte und eine zusätzliche Anthology auf zwei CDs, verpackt in eine Pappbox nebst ausführlichem Booklet erwerben will. Der Ausflug in die 80er Jahre, der erfolgreichsten Epoche von Yello, ist so oder so

Die „Singles Collection 1980 - 2010“ enthält die 20 größten Singlehits aus 30 Jahren sowie eine komplett neu überarbeitete Version von „Vicious Games“, bei der (wie schon auf „Touch Yello“) mit der Schweizer Popsängerin Heidi Happy zusammengearbeitet wurde. Dazu kommt eine Sammlung mit 23 der wegweisenden Yello-Videos auf DVD. Für „The Anthology“ haben die Schweizer Sound-Tüftler nicht nur eine persönliche Auswahl ihrer Songs getroffen, sondern mit „Dialectical kid“, „Liquid lies“ und „Tears run dry“ auch noch drei brandneue Stücke zur Verfügung gestellt, die allein schon die große Vielseitigkeit im Schaffen Yellos dokumentieren.

So richtig vergleichbar mit anderen Künstlern war und ist die Musik von Yello noch nie. Sie mischen die Stile von Pop bis Jazz, bleiben dabei aber immer einer gewissen Grund-Elektronik in ihrem Sound treu. Daraus resultieren knackige Popsongs wie „The race“ und „Oh yeah“, atmosphärische Klangkollagen wie „Distant solution“ und „Junior B“ sowie Ausflüge in die Techno-Sparte („Oh yeah 2009“), die nicht zuletzt mit dem Remix-Album „Hands On Yello“ (1995), auf dem Genregrößen wie Moby, Westbam, The Orb, Mark Spoon und Carl Cox den Yello-Sound aus den Achtzigern in die 90er Jahre transferierten, für neue Einflüsse der Szene sorgten.

Dafür eine zu 100% passende Schublade zu finden ist nahezu unmöglich. Der kleinste gemeinsame Nenner dürfte dennoch im Bereich Electro-Pop zu finden sein, auch wenn dieser mit schier grenzenloser Kreativität in Richtung Ambient, Jazz, Techno und World Music aufgebohrt wird. Daraus resultiert in aller Regel nicht irgendein Produkt, sondern Kunst als solche, die alles darf und diesen Freibrief auf spannende Weise für sich nutzt.

Anspieltipps:

  • Stay
  • Oh yeah
  • The race
  • Star breath
  • Tangier blue
  • Out of dawn
  • Moon on ice
  • Rubberbandman
  • The rhythm divine
  • You gotta say yes to another excess

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