K.C. Accidental - Captured Anthems For An Empty Bathtub - Cover
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K.C. Accidental Captured Anthems For An Empty Bathtub


  • Label: Arts&Crafts/ALIVE
  • Laufzeit: 85 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Dredg haben für ihr letztes Album nahezu ein Jahr im Studio verbracht. Über solche Zeiträume kann K.C. Accidental nur schmunzeln, die in Neutral-Milk-Hotel-Manier einen Sound wie aus aus dem Schlafzimmer innerhalb von einer Woche fertig aufgenommen und gemastered hatten. Zwar handelt es sich hierbei nur um die erste CD des nun erscheinenden Doppelpacks, aber trotzdem ist das ein guter Klotz an Arbeit. Ob es sich jetzt aber wirklich nur um ein klobiges Soundgebilde herausgekommen ist oder wirkliche Hymnen für die Freunde und alle weiteren Musikliebhaber.

Den Anspruch mit dem Titel gleichzeitig hochschrauben und niedrig halten? Das geht ganz einfach! Das Wort „Anthem“ zeugt durchaus von Überzeugung, aber wenn man dazu einen nicht enden wollenden, noch dazu zweiteiligen Titel sieht, dann weiß man zumeist, dass es sich um Indie-Werke handelt, die mehr damit brillieren anders zu sein, als mit den Großen auf gleicher Ebene mithalten zu wollen. Im ersten Moment möchte man auch daran glauben, dass diese Band schön verschrobene Krachhymnen schreiben kann, wenn „Nancy And The Girdle Boy“ aus den Boxen dröhnt und mehr an Sägen, als an Gitarren erinnert. Leider passiert zu wenig, um die vier Minuten wirklich gut unterhalten zu werden und so nervt der Klang spätestens seit zwei Minuten und dann nimmt das Schicksal auch schon seinen Lauf.

„Something For Chicago“ klingt noch wie eine ansprechende Soundcollage, aber das liegt auch nur an der kurzen Dauer. Das Rezept des Ambiente-Rocks wird nämlich auch anschließend bis zur Ermüdung gebraucht und funktioniert nur bedingt. Der „Anorexic He-Man“ gefällt nur wenige Minuten mit seinem Up-Tempo-Beat und verflacht dann in kleine Spielereien, die den Hörer nicht fesseln, sondern gepflegt in den Schlaf wiegen. Auch die beiden Beruhigungspillen „Save The Last Breath For Me“ und „Tired Hands“, die zusammen über 20 Minuten der ersten CD ausmachen sind angedachte Lounge-Experimente, die allerdings ebenfalls nur phasenweise funktionieren. Für letzteren Track ist das zum Beispiel der Einsatz der Bläser im zweiten Teil (also nach über 6 Minuten).

Der zweite Silberling macht es nicht unbedingt besser. Hier wird durchgehend Lounge-Stoff abgeliefert, der ebenfalls nicht selten viel zu monoton, wenngleich mit angenehmer Wärme gespielt wird. Es ist schwer, bei Stücken wie „Silverfish Eyelashes“ bis zum interessanten Part wach zu bleiben oder beim nächsten zwölf Minuten Lied „Is And Of The“ auf die große Überraschung zu warten, die (Überraschung) abermals ein Bläsereinsatz auf Lounge-Niveau ist. Die Musik ist wirklich nicht schlecht, handwerklich grob oder Sonstiges. Sie ist einfach nur einschläfernd und bietet zu wenige Alternativen, die das Tempo und die Atmosphäre variieren könnten. Die kurzen Tracks, die das Potenzial dazu haben sollten sind entweder ebenfalls langsamer als die Straßenräumung in deutschen Großstädten oder auf einer viel zu simplen Idee aufgebaut (auch „Them (Pop Song #3333)“ stützt sich auf einen einzigen Beat-Sample, der Null Charisma oder Dynamik zu vermitteln vermag).

Anspieltipps:

  • Nancy And The Girdle Boy
  • Residential Love Song
  • Tired Hands

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