British Sea Power - Valhalla Dancehall - Cover
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British Sea Power Valhalla Dancehall


  • Label: Beggars/Rough Trade
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

„Valhalla Dancehall” ist der wohl bisher schwächste Output der Band.

Die Band British Sea Power wirkt schon durch die beiden zunächst sehr gewöhnungsbedürftigen Gesangsstimmen der Brüder Scott Wilkinson (alias Yan) und Neil Hamilton Wilkinson (alias Hamilton) recht exzentrisch. Hinzu kommen zum Beispiel eigenwillige Naturrequisiten auf der Bühne oder außergewöhnliche Konzertlocations am Polarkreis oder auf der Chinesischen Mauer. Auch mit ihren Artworks fallen British Sea Power gerne auf: Nun ist jedoch nicht nur das Cover des neusten Albums „Valhalla Dancehall“, wie regelmäßig bei BSP, unfassbar häßlich geworden, sondern auch die zugehörige Musik zeitweise erschreckend langatmig.

Was allgemein an den bisherigen regulären Bristish Sea Power Alben auffällt, ist der immer überraschende Wechsel zwischen elegischen New Wave-Songs à la Echo & The Bunnymen und plötzlich aufheulenden, schrammelnden Gitarrenpop. Mit einem großartigen Song letzterer Art beginnt nun „Valhalla Dancehall“: „Who’s In Control“ drängelt mit seinem melodischen Refrain und dem Aufschreien in der Bridge nach vorne. Auch bei „We Are Sound“ spielen sich British Sea Power in einen Rausch, wechseln gekonnt das Tempo. Doch je mehr sich das Album seiner Mitte nähert, desto unbedeutender werden die Songs. Nach „Stunde Null“ bis zum wieder fokussierteren „Living Is So Easy“ ergibt sich leider eine Durststrecke, hier hat sich dann doch zu viel nachlässiges Songwriting eingeschlichen.

„Valhalla Dancehall“ ist mit seinen 61 Minuten ganz klar zu lang geworden, dies offenbart sich insbesondere in der nahezu nichtssagenden Albummitte („Mongk II“, „Luna“, „Baby“), gestreckte Songs wie „Cleaning Out The Rooms“ oder „Once More Now“ sind zwar atmosphärisch korrekt und typisch BSP, hätten aber letztendlich die eine oder andere Minute weniger vertragen können. Blendet man diese Schwächen aus, bleiben immer noch ein paar erinnerungswürdige Rocksongs, wie das eingangs erwähnte „Who’s In Control“ oder „Observe The Skies“, welches sich durch die gezupften Streicher im Refrain hervorhebt. Genauso wie die starken, schwermütigen Songs („We Are Sound“, „Living Is So Easy“), die auf einer Platte von British Sea Power nicht fehlen dürfen. Die an den kratzbürstigen Pixies-Beginn von „The Decline Of British Sea Power“ (2003) erinnernden Rabauken „Stunde Null“ und „Thin Black Sail“ hauen dem Hörer das Ruder zum richtigen Zeitpunkt auf den Kopf, und schließlich ist das schöne „Heavy Water“ ein feiner Abschluss.

Als Einstieg für British Sea Power empfehlen sich somit weiterhin das Debütalbum („The Decline...“) und den dritten Langspieler „Do You Like Rock Music?“ (2008), denn „Valhalla Dancehall” ist der wohl bisher schwächste Output dieser britischen Band.

Anspieltipps:

  • Who’s In Control
  • Living Is So Easy
  • Observe The Skies
  • Heavy Water

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