Middle Class Rut - No Name No Color - Cover
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Middle Class Rut No Name No Color


  • Label: Bright Antenna
  • Laufzeit: 54 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
7.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Schon als Teenager im zarten Alter von 13 Jahren machten Zack Lopez (Gesang, Gitarre) und Sean Stockham (Gesang, Drums) aus dem kalifornischen Sacramento in verschiedenen Gruppen gemeinsam Musik. Eines ihrer Projekte, die Band Leisure, Stand in den frühen Nullerjahren sogar beim Major-Sub-Label DreamWorks Records unter Vertrag. Etwas Zählbares kam dabei aber nicht heraus. Nach dem Split von Leisure im Jahr 2003 nahm sich das Duo eine Auszeit von der Musik, nur um 2006 als Middle Class Rut zurückzukehren.

Seitdem haben die Kalifornier drei EPs veröffentlicht und als Opener für Bands wie u.a. Social Distortion, Them Crooked Vultures, Alice In Chains, The Bronx sowie And You Will Know Us By The Trail Of Dead auf der Bühne gestanden. Ihr in den USA bereits im Oktober 2010 veröffentlichtes Debütalbum „No Name No Color“ stellt nun so etwas eine Zusammenfassung der bisherigen EPs, ergänzt um ein paar zusätzliche Stücke, dar. Musikalisch toben sich Lopez und Stockham dabei in Post-Punk- und Alternative-Rock-Gefilden aus und legen dabei eine Energie an den Tag, die niemals vermuten ließe, dass hier „nur“ ein Duo am Werk ist.

Middle Class Rut lassen es richtig krachen und vereinen dabei verschiedene Einflüsse, die den kundigen Hörer schnell auf Parallelenjagd gehen lassen. Allein der Gesang der beiden Protagonisten ist ein wahres Sammelsurium aus hingebungsvollem Geschrei und nöligen Passen, was, wenn man so will, wie eine Mischung aus Perry Farrell und Liam Gallagher klingt. Ähnlich abenteuerlich, aber ebenso stark, klingen die Kompositionen des Duos, die u.a. das Vertrackte der Queens Of The Stone Age aufleben lassen („New low“) und elegante Melodiebögen („Are you on your way“) sowie die Hippie-Attitüde wie zu den Hochzeiten von Jane’s Addiction kombinieren („Cornbred“).

Dazu gesellt sich ein Funk-betontes Riffing á la Tom Morello („Sad to know“, „USA“), das natürlich an Rage Against The Machine gemahnt („One debt away“) sowie harter Bluesrock im Stile der Black Keys („Dead end”, „Busy bein’ born”). Zum Schluss wird dies ganz sanft mit progressiven Elementen á la Them Crooked Vultures abgeschmeckt („I guess you could say”) – und fertig ist eine herausragende Songsammlung wie aus einem Guss, der man nicht anmerkt, dass sie aus Songs aus unterschiedlichen Sessions aus den Jahren 2007 bis 2009 zusammengesetzt wurde. Dazu ist das Liedmaterial in sich einfach zu geschlossen und in der Gesamtbewertung schlicht und ergreifend mitreißend.

Anspieltipps:

  • USA
  • Dead end
  • Sad to know
  • Thought I was
  • Busy bein’ born

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