Johnny Parry - More Love & Death - Cover
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Johnny Parry More Love & Death


  • Label: Songs & Whispers/Broken Silence
  • Laufzeit: 61 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Londoner Songwriter Johnny Parry und seine beiden Mitmusiker Dave Lynch (Bass) und Ben Milway (Drums) legen mit zweijähriger Verspätung nun auch hierzulande ihr mittlerweile viertes Album „More Love & Death“ vor, auf dem das Trio mit elf melancholisch-düsteren Songs eine schaurig-schöne Vorstellung abliefert, die auch wegen Johnny Perrys rauer Stimme entfernt an das Oeuvre von Tom Waits erinnert – allerdings ohne das latent überdrehte Gehabe des Meisters zu erreichen.

Das Johnny Parry Trio agiert im Stile eines kleinen Kammerorchesters, verstärkt um einen großen Chor sowie reichlich Streicher- und Bläsereinsatz, was für eine angenehm warme Klangfarbe sorgt. Zumindest klingt es so, als wäre der Hörer in einem kleinen Raum direkt dabei, wenn sich Parry und Co. durch die komplexen („Kicking and screaming“) und nicht selten richtiggehend geisterhaft klingenden Songstrukturen arbeiten („Fields and birds and things“). Das ist die positive Seite an „More Love & Death“. Doch das Album hat auch Schwächen.

Durch die getragene und recht düstere Grundstimmung ergeben sich mit zunehmender Spieldauer Längen, nämlich wenn das Trio spielerisch fast in Zeitlupentempo versinkt und wie eine Horde Trauerklöße vor dem Gang zum Schafott klingt („Piece by piece“, „Little prayer no. 14“). Hier ist dann ein Punkt erreicht, wo „More Love & Death“ nur noch anstrengend wirkt, seinen anfänglichen Zauber und den Abwechslungsreichtum weitgehend wieder eingebüßt hat. Das ergibt unterm Strich kein schlechtes Werk, aber eines, bei dem definitiv noch mehr drin gewesen wäre.

Anspieltipps:

  • Dine alone
  • God loves me
  • The wonderful adventures of Lucy and I

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