The Go! Team - Rolling Blackouts - Cover
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The Go! Team Rolling Blackouts


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 40 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn The Go! Team die Bühne betreten, ist Action angesagt! Die als Einzelprojekt gestartete Band ist inzwischen auf sechs Mitglieder unterschiedlicher Herkunft angewachsen und so Multikulti, wie das auf der Bühne aussieht, klingt das dann auch auf Platte. Nicht umsonst werden die knackigen Songs des Sextetts im Pressetext liebevoll als „patchwork masterpieces“ bezeichnet. Live funktioniert die Band mitunter hervorragend als Partymaschine und auch die ersten beiden Alben wurden überwiegend positiv aufgenommen, das Debütalbum „Thunder, Lightning, Strike“ war 2004 sogar für einen Mercury Prize nominiert.

Auf „Rolling Blackouts“ holen sich The Go! Team unter der Führung des Bandgründers Ian Parton, als wären die eigenen Ideen noch nicht genug, weitere Gäste ans Mikrofon: Da sind zum Beispiel Satomi Matsuzaki von Deerhoof („Secretary Song“), Bethany Cosentino von Best Coast („Buy Nothing Day“) oder Dominique Young Unique („Voice Yr. Choice“). Natürlich ist auch wieder Stammrapperin Ninja dabei, die dem Opener „T.O.R.N.A.D.O.” den für The Go! Team typischen Old-School-Hip-Hop Charme zwischen all den Samples, Trompeten und stampfendem Schlagzeug auferlegt. Die Songs auf „Rolling Blackouts” basieren diesmal jedoch nicht, wie auf früheren Alben, auf den Sample-Sounds, sondern auf richtigen Instrumenten, was wahrscheinlich gerade Songs wie „Secretary Song” zugutegekommen ist: Hier klingen The Go! Team – nach der stürmischen Eröffnung – plötzlich nach The Pains Of Being Pure At Heart.

Die Frage, die sich einem unweigerlich stellt, ist, ob diese urplötzlichen Stil- und Genrewechsel und die Vielzahl an MitmusikerInnen dem Album gut tun oder eher schaden. Auf jeden Fall machen Songs wie „Buy Nothing Day” oder „Back Like 8 Track”, bei denen der Stilmix in tanzbaren Songhäppchen mündet, ordentlich Spaß. Doch es gibt auch überflüssige Songs wie das Piano-Zwischenspiel „Lazy Poltergeist” oder „Super Triangle”, bei welchem einfach mal gar nichts passiert. In all diesem beabsichtigten Durcheinander kommen zwar viele zu Wort und es wird eine Menge ausprobiert, dennoch bewegen sich ein Großteil der Songs einfach im Mittelfeld („Ready To Go Steady”, „The Running Range”). Die zeitweise recht undurchsichtige Produktion könnte beim nächsten Mal sicher auch etwas differenzierter ausfallen („T.O.R.N.A.D.O.”). Den roten Faden für den Hörer könnten die immer wieder dick aufgetragenen Bläser-Fanfaren sein, welche unter anderem in den Instrumentaltracks zum Einsatz kommen („Bust-Out Brigade”, „Voice Yr Choice” „Yosemite Theme”).

Vielleicht benötigen Ian Parton (Gitarre, Schlagzeug, Piano, Mundharmonika, Glockenspiel), Ninja (Gesang), Chi Fukami Taylo (Schlagzeug), Sam Dook (Banjo, Gitarre, Schlagzeug), Jamie Bell (Bass, Effekte, Glockenspiel) und Kaori Tsuchida (Gesang, Gitarre, Keyboard, Glockenspiel) beim nächsten Mal einfach ein bisschen mehr Konzept, um eine tolle Platte aufzunehmen.

Anspieltipps:

  • T.O.R.N.A.D.O.
  • Secretary Song
  • Buy Nothing Day
  • Rolling Blackouts

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