Marya Roxx - Payback Time - Cover
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Marya Roxx Payback Time


  • Label: DR2 Records
  • Laufzeit: 38 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicht nur in ihrer Heimat Estland war die Girlgroup Vanilla Ninja zwischen 2002 und 2006 eine richtig große Nummer, wobei nicht nur die Musik der vier Mädels für Aufsehen sorgte, sondern vor allem auch die Art und Weise, wie sie von ihrem Manager, dem Schweizer David Brandes vermarktet wurde. So gab es u.a. einen Skandal, weil Brandes Vanilla-Ninja-Singles im großen Stil aufkaufte, um die Band in die Charts zu hieven und es führte zu Verwunderungen, weil er es schaffte, dass Vanilla Ninja für die Schweiz am Eurovision Song Contest teilnehmen durften.

Vanilla Ninja liegen inzwischen seit fast zwei Jahren auf Eis. Dafür hört man ab zu etwas von ehemaligen Bandmitgliedern. So ist Katrin Siska (27) politisch aktiv und Piret Järvis (26) arbeitet für den Musiksender MTV. Triinu Kivilaan (21), die die schwangere Maarja Kivi (24) ersetzte, veröffentlichte mit „Now And Forever“ vor zwei Jahren ihr Solodebüt und unter dem Künstlernamen Marya Roxx kehrt nun auch Maarja Kivi auf die musikalische Bildfläche zurück – aber auf eine Art und Weise, wie man es trotz der rockigen Grundtöne von Vanilla Ninja nicht zwingend für möglich gehalten hätte.

Mit einer durchaus nicht unbekannten Musikerschar – Bassist Scott Metaxas (Nuclear Assault), Gitarrist Paul Crook (Ex-Anthrax), Drummer Brian Tichy (Whitesnake) und Keyboarder Derek Sherinian (Black Country Communion) – spielte die 24-Jährige unter der Ägide von Produzent Kevin Shirley (Iron Maiden, H.I.M., Aerosmith, Dream Theater) in den USA ein reinrassiges Hardrockalbum ein, bei dem sämtliche Melodien und Texte auf die Kappe der Estin gehen. Die Arrangements erfolgten zusammen mit den Bandmitgliedern.

Maarja Kivi bemüht sich mit am Hardrock der frühen 80er Jahren angelehnten Songs und tiefer, angerauter Stimme um eine authentische Vorstellung in ihrem neuen Metier, doch das Ergebnis kann trotz der genreerfahrenen Musiker nicht überzeugen. Die Songs sind solide, haben aber weder nennenswerte Finessen, noch wirklich gute Melodien. Die Riffs und Soli von Paul Crook klingen wie von Rudis Resterampe („Strong“), also nicht grundsätzlich schlecht, aber eben wie schon zigmal gehört („Time to run“) und leider auch immer sehr ähnlich („Oh yeah“).

Aber auch Maarja Kivi muss mit zunehmender Spieldauer darauf achten, dass sie nicht wie eine zweitklassige Ausgabe von Doro Pesch und Joan Jett klingt. Denn das ist ganz bestimmt nicht das, wonach es dem Hardrockfan dürstet. Somit ist „Payback Time“ unterm Strich leider nur ein ernüchternder Versuch für Maarja Kivi, das musikalische Lager zu wechseln, der bereits nach dem zweiten Hördurchgang langweilt und nur schwer ernst genommen werden kann.

Anspieltipps:

  • Rebel
  • Time to run
  • Nothing going on

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