Bambi Kino - Bambi Kino - Cover
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Bambi Kino Bambi Kino


  • Label: Tapete/INDIGO
  • Laufzeit: 27 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
7/10 Leserwertung Stimme ab!

Als The Beatles, damals noch völlig unbekannt, im August 1960 zum ersten Mal nach Hamburg kamen und im Indra in der Großen Freiheit auftraten, hieß ihre Unterkunft für die Nacht Bambi Kino. Die vier Musiker und Beatles-Fans Ira Elliot (Schlagzeuger; Nada Surf), Erik Paparazzi (Bassist; Cat Power), Mark Rozzo (Gitarrist und Sänger; Maplewood) und Doug Gillard (Gitarrist; Guided By Voices) sind sich der Geschichtsträchtigkeit der damaligen Auftritte und der folgenden Hamburg-Ära der Liverpooler bewusst.

Ihr Traum war es, den Geist und Sound der Augusttage des Jahres 1960 genau 50 Jahre später wieder aufleben zu lassen, um ihnen den gebührenden Tribut zu zollen. So schlossen sie sich zur Band Bambi Kino zusammen, studierten die richtigen Songs ein und standen im August 2010 schließlich vier aufeinanderfolgende Nächte bis zu fünf Stunden im Indra auf der Bühne. Tagsüber wurde am Repertoire gefeilt und aufgenommen. Über zwölf Stunden Material soll dabei entstanden sein, wovon wiederum zwölf Lieder ausgewählt und zu einem kleinen Album zusammengefasst wurden.

„Bambi Kino“ ist also vollständig mit Coversongs bestückt – z.B. von Chuck Berry („I'm Talking About You”) oder Buddy Holly („I'm Talking About You“) – die The Beatles schon damals selbst neu vertont haben. Es ist erstaunlich zu hören, wie originalgetreu und authentisch die vier Musiker den Rock-/Pop-Sound der 50er und 60er Jahre mit ihren Neuinterpretationen wieder zum Leben erwecken: Die Aufnahmen sind in Mono, die Songs kurz, die Gitarren krazen und knarzen, das Schlagzeug treibt und scheppert, der soulige Gesang ist häufig mehrstimmig. Man merkt den Musikern ihre Leidenschaft für diese Ära der Popmusik in jedem der zwölf Lieder an, die es auf „Bambi Kino“ geschafft haben.

Bei der Spiellänge des Albums sind wir auch bei seinem Problem: Leider hat die Band auch die damals oft kurze Spieldauer der ersten Beatles-Alben übernommen und die Zusammenstellung auf gerade mal 27 Minuten beschränkt. In der heutigen Zeit wäre es jedoch klug gewesen – insbesondere bei angeblich über zwölf Stunden Material – zumindest eine halbe Stunde auszufüllen. Warum am Ende nicht noch zwei bis drei Lieder mehr auf „Bambi Kino“ zu hören sind, ist mir ein Rätsel. Somit ist das Album ein (zu) kurzer, aber hörenswerter Ausflug in die Popmusik Anfang der 60er Jahre.

Anspieltipps:

  • I'm Talking About You
  • Soldier Of Love
  • Crying Waiting Hoping

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