Nicki Minaj - Pink Friday - Cover
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Nicki Minaj Pink Friday


  • Label: Motown/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nicki Minaj und ihr Label setzen auf Hype-Alarm, der sich einem gewissen Kalkül nicht entziehen kann.

Lady Gaga, so scheint es, ist der einzige Popstar, der in den vergangenen zwei Jahren wirklich zählbaren kommerziellen Erfolg hatte. Da wird es langsam aber sicher Zeit, dass die Plattenindustrie ein paar Gaga-Klone auf den Markt wirft, die ein ähnlich spinnertes Image mit eingängiger Musik koppeln können. Denn was bisher in die Waagschale geworfen wurde – eine gewisse Ke$ha zum Beispiel – waren und sind nur handzahme Nachahmer, über die man bestenfalls lachen konnte.

Mit der Sängerin Nicki Minaj (26) könnte nun jemand gefunden worden sein, der mit seiner schrillen Art gegen Frau Gaga anstinken könnte. Nach mehreren Mixtapes, einem lukrativen Vertrag mit Lil‘ Waynes Cash Money Label und Gastbeiträgen auf Alben u.a. von Christina Aguilera, Usher, Robin Thicke, Lil‘ Wayne, Mariah Carey und Sean Kingston steht mit „Pink Friday“ nun das erste reguläre Album der 26-Jährigen in den Regalen. Darauf verbindet Nicki Minaj neben „expliziter Lyrik“ HipHop/Rap, R&B und Electro-Pop und kann dabei auf prominente Unterstützung zählen.

So geben sich Rihanna („Fly“), Drake („Moment 4 life“), Will.I.Am („Check it out“), Kanye West („Blazin“) Natasha Bedingfield („Last chance”) und Superstar Eminem („Roman’s revenge“) die Ehre, um Nicki Minajs deftigen Texten ein adäquates musikalisches Bett zu bereiten. Halten wir also fest: Nicki Minaj kann äußerlich als gefühlt zwei Meter große Drag Queen im Barbie-Look für Aufsehen sorgen, sie hat die nötige Karierreanschubunterstützung durch Chartstürmer wie Eminem und Rihanna, die allein mit ihren kurzen Parts für Hallo-Wach-Effekte sorgen, und sie bringt auf ihrem Album eine Mischung aus singletauglichen Tracks für die Popcharts („Check it out“) und einer nicht zu unterschätzenden Credibility als Rapperin mit („Moment 4 life“).

Ganz klar: Nicki Minaj und ihr Label setzen auf Hype-Alarm, der sich einem gewissen Kalkül nicht entziehen kann. Dazu paaren sich dicke US HipHop-Beats mit Euro-Trash-Pop und gewagten Samples aus den 80er Jahren, siehe „Video killed the radio star“, „Don‘t you (forget about me)” und „No more I love yous“. Das ist fürwahr grenzwertig, aber in seiner Machart gelungen und konsequent bis zum Schluss durchgezogen. Und welcher Teenager erkennt die schwülstigen Eighties-Samples schon als solche? Die Kids von heute werden einen coolen Produzenten dafür verantwortlich machen und sich wie Bolle über „Pink Friday“ freuen, das zehnmal besser als die letzten beiden Alben der Black Eyed Peas gelungen ist.

Anspieltipps:

  • Fly
  • Save me
  • Your love
  • Here I am
  • Dear old Nicki
  • Roman’s revenge

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