Tame Impala - Innerspeaker - Cover
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Tame Impala Innerspeaker


  • Label: Modular/Rough Trade
  • Laufzeit: 53 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein erfrischend andersartiges Rock-Debüt.

Spät im Jahr erscheint hierzulande doch noch das formidable Debüt Tame Impalas. Ein, in Eigencharakterisierung, „steady flowing psychedelic groove rock“, unbeschwertester und angenehmster Sorte. Zwar sind Tame Impala ein blutjunges Trio, live ein Quartett, aus Perth, der einzigen Großstadt Westaustraliens, um der herum nichts als staubige Wüste im segenden Sonnenlicht flimmert und der stoische Indische Ozean für salzige Abkühlung sorgt, doch ist ihr traditionsbewusster Psychedelic Rock alles anderes als dreckig, stoned, und dröhnend.

Erstaunlich klar und befreit vom üblichen, hormonellen Rock-Druck kreieren Tame Impala ein Feeling das dem kopflastigen Genre des Psychedelic Rock weitgehend fremd ist: unbeschwerte Leichtigkeit. Dabei wird genretechnisch nichts Neues erfunden, es ist die verspielt-geschickte Anwendung der Riff- und Bassläufe, die mit sonnigem Melodiegespür Esprit zu versprühen weiß. Rock ist eine einfache Kiste, beweisen die Jungspunde von Tame Impala somit einmal mehr, man muss sie einfach gekonnt anwenden können.

Und so schleicht sich „Innerspeaker“ leicht, locker und spielerisch verträumt ins Gehör. Jeder Song, beziehungsweise seine tragenden Ideen, bekommt genügend Zeit sich gemächlich zu entfalten und überzeugt somit in besagter Unbeschwertheit. Die Soundwände, wie gleich im Opener „It Is Not Meant To Be”, erdrücken nicht, wie im Stadion-Rock üblich, den gerade Australien in den letzten Jahren mit Wolfmother, Jet oder früher noch den Vines zu zelebrieren wusste, sondern erweisen sich seltsam entrückt und wasserfallartig sanft fließend. „Desire By Desire Go” ist der vielleicht beste Song des Albums, mit einer derart überzeugenden Hookline, die trotzalledem unaufdringlich sanftmütig daherrockt, dass es eine wahre innerliche Freude ist. Schön, wenn junge Leute nicht hausieren gehen mit ihren Stärken.

Auch wenn „Lucidity”, „Solitude Is Bliss“ und „Don’t Really Mind“ weitere herausragende Höhepunkte dieses erfrischend andersartigen Rock-Debüts sind, gibt es keine Schwächen auf diesem Album, weiß jeder Song mit seinem Teppich an Gefühlsangeboten zu überzeugen. Tame Impala geben einem Genre voller drogenberauschter Kopflastigkeit ein wenig Easiness wieder. Wie eine, das Tagesende einleitende, sanfte Brise nach einem flirrend heißen Wüstentag.

Anspieltipps:

  • Desire By Desire Go
  • Lucidity
  • Don’t Really Mind
  • Solitude Is Bliss
  • Jeremy’s Storm

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