Legion Of The Damned - Descent Into Chaos - Cover
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Legion Of The Damned Descent Into Chaos


  • Label: Massacre Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Höchst erfolgreich schlagen sich Occult seit ihrer Umbennung in Legion Of The Damned und dem Debüt „Malevolent rapture“ (01/2006), sodass der Veröffentlichungsrhythmus von knapp einem Album pro Jahr in Zusammenhang mit den qualitativ hochwertigen, pfeilschnellen Deathtrash-Kompositionen bislang weder für Kritiker noch für Fans ein Grund zu klagen war. Nach der grenzgenialen Abrissbirne „Cult of the dead“ (12/2008) sollte aber erst einmal Schluss mit dieser Strategie sein und Mauice Swinkels (Gesang), Richard Ebisch (Gitarre), Harold Gielen (Bass) und Erik Fleuren (Schlagzeug) gönnten sich eine etwas längere Auszeit, die zudem in die Investition eines neuen Produzenten gipfelte, denn Andy Classen (Asphyx, Dew-Scented, Die Apokalyptischen Reiter) wurde vor die Tür gesetzt und stattdessen soll nun Peter Tägtgren (Hypocrisy, Pain, Therion) die niederländische Maßarbeit der Legion Of The Damned auf die nächste Evolutionsstufe hieven.

Zur großen Verwunderung bedeutet das für „Descent into chaos“ keine weiteren flächendeckenden MG-Riffsalven und Doublebassprügeleinheiten, sondern vorrangig gedrosselte Geschwindigkeit in ohne Frage durchschlagenden, aber teilweise weniger originellen Kompositionen, die oftmals wie eine tempomäßig abgewandelte Version bereits vorhandener Vorschlaghämmer auf vorangegangenen Alben klingen. Wirkliche Höhepunkte sind daher dieses Jahr Mangelware, „Descent into chaos“ ist ein einziger, dichter Brocken aus Riffs, Growls und Drums, den es nach und nach zu sezieren gilt um den Niederländern eine längere Aufenthaltsgenehmigung im CD-Player erteilen zu können. Nach mittlerweile obligatorischem Intro („Descent into chaos“) geht es auch schon in die Vollen und „Night of the sabbath“ eröffnet den Todesblei/Thrash-Reigen im neuen Jahr mit einer recht unspektakulären Nummer im Midtempo, während „War is in my blood“ infernalere Gefilde ansteuert und erste Akzente setzen kann, bis „Shrapnel rain“ deutlich nuancierter ans Werk schreitet und anfänglichen Nieselregen ab der Mitte mit tödlichen Hagelkörnern vermischt.

Einen kurzen Sprung bei Slayer schauen die vier Herrschaften mit „Holy blood, holy war“ vorbei, „Killzone“ bietet im Anschluss eine tonnenschwere Ladung Groove inmitten deftiger Blastbeats, wie wir es von Legion Of The Damned gewohnt sind, „Lord of the flies“ und „Desolation empire“ bewegen sich mit geringen, temporeichen Ausnahmen abermals auf mittleren Geschwindigkeitsebenen, die jedoch ideenloser ausgefallen sind als man es nach ähnlichen Tracks auf den Vorgängern erwartet hätte, und bevor mit „Repossessed“ ein (erneut) träger, aber recht ordentlicher Abschluss aus den Boxen knallt, schnalzt das Quartett kurzerhand mit der besten Nummer um die Ecke und vereint in „The hand of darkness“ donnernde Schläge in die Magengrube mit einer allgemein drückenden Atmosphäre und der richtigen Mischung aus markigen Todesblei-Exkursen und zähnefletschendem Thrash Metal.
Mit Langrille Nummer 5 haben Legion Of The Dead zwar nicht unbedingt die schwächste Veröffentlichung auf den Markt geworfen (diesbezüglich dürfen sich „Malevolent rapture“ und „Feel the blade“ (01/2008) streiten), jedoch merkt man „Descent into chaos“ deutlich fehlenden Einfallsreichtum an, der hoffentlich nicht übermäßig auf kommende Scheiben der Niederländer übergreift.

Anspieltipps:

  • Killzone
  • Shrapnel Rain
  • The Hand Of Darkness

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