Steve Senses - De-Evolution Of Theory - Cover
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Steve Senses De-Evolution Of Theory


  • Label: DR2 Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt sie noch, Gitarrenhelden. Menschen feiern sie auf der Bühne und eifern ihnen in gleichnamigen Videospielen zu Hause nach. Gerade dort will aber eigentlich niemand ewig lange Riffs und Licks präsentiert bekommen, sondern hört lieber die typischen Albumversionen, die den Mittelweg aus Innovation und Bekömmlichkeit darstellen sollen. Nicht so bei Steve Senes' neuem Album „De-Evolution Of Theory“! Wer die Genre-Beschreibung gelesen hat, der konnte sich das auch schon denken. Ein erfahrener Rocker, der in den letzten Jahren die verschiedensten Bands und damit Musiksparten durchlaufen hat, will endlich sein Gesammeltes Wissen und Können auf einer langen Platte servieren. Doch gibt es zur Zeit überhaupt einen Absatzmarkt für solche Alben oder findet man Lieder wie „Greaseball“ und „Jam Bomb“ wirklich nur noch auf Konsolen-Karaoke-Selbstspiel-Spielen?

Die Antwort ist niederschmetternd, glücklicherweise aber unwichtig, denn uns geht es allein um die Qualität der Musik. Zu einem instrumentalen Meisterwerk sagt man schließlich auch gerne Hallo, wenn es gerade nicht in ist. Allerdings wird vom ersten Track klar, dass sich hinter Senes und seiner Vielseitigkeit der übliche Neuzeitbarde versteckt. Typische Classic-Rock-Riffs, Ausflüge ins Rock-Mittelalter und dazu jede Menge Finger verknotende Soli, die Rockfans alter Schule auf die Knie bringen wird (und wenn es nur zum Nachahmen jener Soli ist). Das Album hält durchgehend seine Qualität und auch wenn Senes klar den 90ern verfallen ist, lässt er sich nicht dazu herab, seinen Sound in Synthesizern zu ertränken. Anstatt dessen liefert er ein richtig gutes Programm ab, das hier und da echte Höhepunkte vorweisen kann und Ausfälle vermeidet.

Spätestens nach dem die guten 51 Minuten um sind, muss man sich eingestehen, dass der Zeitgeist doch ein Teil der musikalischen Qualität ist. Senes Musik ist zwar Instrumental-Rock der besseren Sorte, aber wirklich interessieren wird diese Art von Musik zur zeit kaum jemanden. Sie bietet zu wenige Überraschungen und wirkt mehr wie richtig gutes Handwerk und nicht wie moderne Kunst. Manch einer wird das wohl begrüßen, aber die Zeit solcher Alben ist vorbei und „De-Evolution Of Theory“ wird es nicht wieder beleben oder auf ein neues Level heben. Das ist extrem bedauerlich, wenn man bedenkt, dass man zu Beginn bei „The Swami“ und „Ruth“ gerne die Augen zur Musik schließt. Spätestens nach „Cop Show“ dürfte sich dann aber der Großteil der Hörer beim Kaffee aufsetzen oder bügeln wieder finden, weil die doch immer gleiche Angehensweise nur Feinschmecker und Neulinge über die gesamte Spieldauer fesseln wird. Kleine Abwechslungen wie das fetzige „Jam Bomb“ und das balladeske „Angel“ machen die allgemeine Monotonie auch nicht wett.

Anspieltipps:

  • The Swami
  • Angel
  • Jam Bomb

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