Mr. Big - What If... - Cover
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Mr. Big What If...


  • Label: Frontiers Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Für ein Comebackalbum ist das gar nicht so schlecht und trotz oder gerade wegen ihrer eher altmodischen Rockmucke enttäuschen Mr. Big nicht.

Für die Produktion des letzten Iron-Maiden-Albums „The Final Frontier“ bekam Kevin Shirley nicht besonders viel Lob: Nicht nur er enttäuschte soundtechnisch die Fans. Trotz seiner Erfahrung war das also eher ein Fehlschlag. Nun hat er wieder eine namhafte Band als Auftraggeber im Studio, die seit den 80er Jahren Hardrock fabriziert, aber dank eines Schmusesongs namens „To be with you“ ein eher sanftes Image bekam. Mr. Big starteten weltweit durch, vor allem in Japan waren sie sehr erfolgreich, doch der Ruhm verblasste im Laufe der Karriere. 2002 war endgültig Schluss mit Mr. Big und 2009, man kann das Wort Reunion heutzutage genauso wenig gern hören wie „alternativlos“, hat sich die Originalbesetzung Eric Martin (Gesang), Paul Gilbert (Gitarre), Billy Sheehan (Bass) und Pat Torpey (Drums) wieder zusammen gefunden. Nach zehn Jahren spielen die vier nun ein neues Studioalbum mit zwölf frischen Tracks ein.

Das Ergebnis klingt überraschend hart, die Songs sind im amerikanischen Hardrock zuhause und diese atmen musikalisch gesehen eindeutig 80er Jahre Luft. Der Opener „Untertow“ wurde auch als erste Single ausgewählt und das ist keine schlechte Wahl: Raue Schlagzeugklänge und Gitarrenriffs übertönt nur die bekannte Stimme von Martin, der einem fast schon düsteren ziemlich geradlinig vorgetragenen trockenen Rocktrack vorsteht, der durchaus gefällt. Auch „American Beauty“ bleibt dem erdigen Rock treu, doch dann kommt die erste Annäherung an Bon-Jovi-Balladen: „Stranger in my life“ kommt doch sehr seicht und sanft daher, das bestätigt dann eher die Skeptiker gegenüber Mr. Big. Das böse Wort „Beliebigkeit“ kommt einem besonders im Mittelteil der Platte in den Sinn, weil die Songs einfach schlecht zu unterscheiden sind. Allerdings besitzt z.B. „I Won't Get In My Way“ mit seinem eingängigem Refrain und nettem Tempowechsel gutes Stadionrockpotenzial.

Dass die wirklich konventionelle, ziemlich eingängige Ballade „ All The Way Up“ als zweite Single ausgewählt wurde, bleibt wohl dem altbekannten Image von Mr. Big geschuldet, denn eigentlich dominieren die treibenden Klänge dieses Werk. Für ein Comebackalbum ist das gar nicht so schlecht und trotz oder gerade wegen ihrer eher altmodischen Rockmucke enttäuschen Mr. Big nicht. Vielleicht wäre ein wenig mehr Mut, etwas mehr Variation in ihr Songwriting einzubringen, die Lösung des altbekannten Problems gewesen, um von der Durchschnittlichkeit wegzukommen. Das Album gefällt durch altbekannte Gitarrenfertigkeiten von Gilbert und Sheehan, gewohnt starkem Gesangsvortrag von Eric Martin und recht schnellen starken eher düsteren Hardrock, aber leider bietet sie nicht viel musikalische Abwechslung, weil nicht selten auch die Gitarrengewitter schon etwas übertrieben werden und die Melodie dann fast untergeht.

Anspieltipps:

  • Undertow
  • I Won't Get In My Way
  • Once Upon a Time
  • American Beauty

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