Social Distortion - Hard Times And Nursery Rhymes - Cover
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Social Distortion Hard Times And Nursery Rhymes


  • Label: Epitaph/INDIGO
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

In über 30 Jahren haben Social Distortion gerade mal sieben Alben veröffentlicht und das letzte, „Sex, Love and Rock 'n' Roll“ liegt satte sieben Jahre zurück. Trotz der immensen Zeitspannen ändert sich bei Social Distortion allerdings nur wenig. Doch auch wenn Mike Ness und seine Mannen prinzipiell die gleiche Musik machen wie in den 70/80ern – nur eben eine ganze Ecke runder und satter produziert – haben sie auf „Hard Times And Nursery Rhymes“ ein paar Ideen parat, die das Album zu einer kleinen Überraschung machen.

Besonders ins Ohr springen da natürlich die Frauenchöre – zum ersten Mal zu hören bei „California (Hustle And Flow)“ – welche so manchen Song mit ihrem Gospel-Touch gehörig aufpeppen. Nach dem instrumentalen Einstieg „Road Zombie“, der einem die Riffs und Solos nur so um die Ohren haut, beginnt „California“ wie ein ganz gewöhnlicher Rock 'n' Roll-Song und hätte eigentlich langweilig werden müssen. Doch Social D ziehen mitten im Song das Tempo an und lassen so aufhorchen. Mit ähnlichen, simplen Kniffen gelingt es der Band bei fast jedem Song, aus dem Gewöhnlichen etwas Eigenständiges zu zaubern.

Mit „Bakersfield“ zum Beispiel hat Ness eine von Kitsch befreite, hymnische Halbballade am Start, welche mit Hammond Orgel und dicken Chören im Refrain nostalgische Klänge anstimmt, das ebenfalls starke „Writing On The Wall“ steht dem in nichts nach. Bei „Can't Take It With You“ heizen die Damenchöre noch einmal zusätzlich ein und auch der Einsatz eines Pianos beim stärksten und letzten Stück „Still Alive“ fügt sich super zwischen Ness' raue Stimme und die knackigen Riffs, gerade gegen Ende ist „Hard Times And Nursery Rhymes“ sehr überzeugend. Natürlich sind Social Distortion hier und da auch mal ein wenig zu handzahm, „Far Side Of Nowhere“ zum Beispiel bleibt im Vergleich eher schwach.

Social Distortion – das sind zurzeit Gründungsvater Mike Ness (Gesang, Gitarre), Jonny Wickersham (Gitarre), Brent Harding (Bass) und neuerdings David Hidalgo, Jr am Schlagzeug – klingen 2011 überraschend frisch und hängen keineswegs den Nachwüchslern The Gaslight Anthem hinterher. Stilvielfalt war noch nie ihre Stärke, aber „Hard Times And Nursery Rhymes“ geht runter wie Öl und hat mit „California (Hustle and Flow)“, „Writing On The Wall“ und „Still Alive“ starke Hits am Start und überzeugt mit handwerklich maßgeschneiderter Gitarrenarbeit. So macht der druckvoll und sauber produzierte Blues-Punkrock auch über 30 Jahre nach Bandgründung und unzähligen Mitgliederwechseln noch Sinn.

Anspieltipps:

  • California (Hustle and Flow)
  • Writing On The Wall
  • Can't Take It With You
  • Still Alive

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