Phonoboy - This Is Not A Band - Cover
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Phonoboy This Is Not A Band


  • Label: Smarten-Up/Rough Trade
  • Laufzeit: 43 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Für den einfachen Partyabend ist Phonoboy bestimmt eine Alternative.

Jetzt aber mal langsam Butter bei die Fische! Frankreich gibt sich auch weiterhin dem Glauben hin, dass es das neue Szeneland der europäischen Rockkultur ist. Ein Yann Tiersen alleine macht noch lange keine Mehrheit im Parlament der Rockness. Phonoboy will weitere Beweise liefern, dass es die Westeuropäer eben doch geschafft haben, wobei sie den Kritikern in die Arme spielen und die Krone nicht nur in englischsprachigen Gefilden lassen, sondern auch noch brav das Image dieser polieren.

Spätestens seit Polarkreis 18 ist auch den Deutschen wieder ins Bewusstsein gerufen worden, wie sehr die Mischung aus verschiedenen Sprachen innerhalb eines Songs für Kontroverse sorgen kann. Wenn Stil sicher eingesetzt, kann diese Mischung für eine Menge gute Laune sorgen und zumindest hier macht Phonoboy einen sehr guten Job. Die Übergänge sind nahtlos und schaden weder Stimmung noch Fluss. Allerdings ist der Sinn ihres Einsatzes oft recht durchsichtig. Schon die Titel „Fesse A Fesse, Face To Face“ und „Ne Me Touche Pas, Don't Touch Me“ wirken geradezu erklärend für Ungebildete und enthalten auch nicht viel mehr als diesen einen Satz, der abwechselnd in den verschiedenen Sprachen dargeboten wird. Und schon sind wir beim großen Problem von Phonoboy.

Das Album „This Is Not A Band“ besteht aus elf Ideen und keiner einzigen mehr. Das geht so weit, dass man beinah jeden Song nach zwanzig Sekunden zur Genüge kennt. Entwicklung sucht man vergebens. Ja, natürlich gibt es Lieder, die auch oder gerade durch ihre Eingängigkeit brillieren, aber auf „This Is Not A Band“ geht es einfach zu monoton zur Sache. Ob Gesang, Gitarre oder das Gesamtpaket: Es passiert schlichtweg überhaupt nichts innerhalb der Tracks und so macht man sich noch an den tanzbaren Stücken zu schaffen („Danse La Décadanse“, Tous Les Jours“, „Fesse A Fesse, Face To Face“), um dem Album zumindest irgendetwas Gutes abzugewinnen.

Für den einfachen Partyabend ist Phonoboy bestimmt eine Alternative und man kann sich von den fetzigen Liedern gute Remix-Versionen vorstellen, aber das Album für sich erscheint wie eine Blaupause oder eine bloße Skizze, die irgendwann ein richtiges Bild ergeben sollte. Die englische Sprache und einige Melodien („Do You Know“) verraten dazu noch ganz klar die britischen Vorbilder (z.B. Blur) und so vermisst man Abwechslung, Originalität und zumindest wirklich gut geklaute Ideen. Zur Verteidigung Frankreichs sei nebenbei noch erwähnt, dass es sich streng genommen um eine Band aus Bayern handelt. Nur so nebenbei.

Anspieltipps:

  • Do You Know
  • Danse La Décadanse
  • Little Girl

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