Erik & Me - Versteck - Cover
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Erik & Me Versteck


  • Label: Revolver/CARGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Kein einsamer Songwriter mit doppelter Selbstsicht, kein Duo bestehend aus Erik Lautenschläger und dem geheimnisvollen Zweiten, sondern ein Quintett firmiert unter Erik & Me: Neben dem namensgebenden Sänger sind noch Dave Bennett, Merle Bennett, Heike Becker sowie Tyson Nailor Mitglieder der Berliner Band. Entgegen des ersten Verdachtes handelt es sich bei „Versteck“ bereits um das zweite Album der 2008 mit „Hundertsechzig Zeichen“ debütierenden Formation und kommt in einer hinlänglich bekannten Schnittmenge daher: Deutsche, bildlich skizzenhafte Texte, kleine Hymnen zwischen Gitarrenwand und ruhigem Innehalten, deren Kombination schlussendlich doch einige Plusgrade über dem Gefrierpunkt abschneidet.

Zumindest wenn man nicht dazu neigt, Erik & Me als Trittbrettfahrer zu brandmarken und stattdessen auf das feine Gespür zwischen nachhaltigem Wortspiel und niemals einer Blaupause folgendem Songwriting achtet. Während der Opener „Schreien“ noch psychedelisch drängelnde Gitarren und nüchtern stampfende Drums mit gehörig Ohrwurm-Tendenz und wandlungsfähigem, in hohen Regionen punktendem Gesang ausschmückt, ist dagegen der Schlusspunkt „Unsichtbar“ eine kleine Ode an den Tagtraum, ein zaghaft schimmerndes Licht draußen auf dem Meer, Steel-Gitarre inbegriffen.

Damit es nicht zu sinnlich und tränenreich wird, machen sich die Songs zwischen Anfangs- und Endpunkt der Scheibe auf zu rockigem Pop. Trotz prägnanter Referenzen eigen zusammengefügt mit Ausprägungen in klavier-betontem Sixties Pop („Einsam“), atmosphärischen Wave-Anleihen samt vereinnahmender Gitarrenarbeit („Genug“) und schließlich immer wieder die Konstante des Konsens-Pop/Rock, der in all seiner Stadion-Tauglichkeit und Theatralik gut daran tut, sich zwischendurch zurückzunehmen und in den Arrangements so manch Schmankerl zu festigen. Mehrheitlich ein überzeugendes Werk mit seltenen Abstrichen und dem noch jungen Jahr im Rücken.

Anspieltipps:

  • Schreien
  • Einsam
  • Versteck
  • Herbst

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