Stella - Fukui - Cover
Große Ansicht

Stella Fukui


  • Label: Snowhite/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Koordinaten zum Trio Stella liegen neben in Hamburg auch in Zürich, wobei die Stadt an der Elbe am ehesten mit der Band um Elena Lange, Mense Reents (Die Goldenen Zitronen, Egoexpress) sowie Thies Mynther (Phantom/Ghost, Superpunk) verbunden ist. Das zeigen die Veröffentlichungen auf dem prägenden Hamburger Label L'age d'or und nicht zuletzt die Mitarbeit von Tocotronics Dirk von Lowtzow an dem 2000'er Album „Finger On The Trigger For The Years To Come“, an dem auch Hendrik Weber beteiligt war. In den sechs Jahren nach Stellas letztem Album „Better Days Sounds Great“ zog Elena vorerst nach Fukui (Japan), Hendrik Weber widmete sich komplett seinem Solo-Projekt Pantha Du Prince und so ordnete sich die musikalische Ausrichtung fast wie von selbst, fand man sich in den Cloudshill Studios mit nicht viel mehr als einem 808 Drumcomputer und 2 Synthesizern wieder.

Aus dem psychedelisch vernebelten Gesamtwerk “Fukui“, wo nicht nur der Titel, sondern vielmehr auch die japanischen Vocals den fernöstlichen Bezug verbreiten, stoßen bis auf das Äußerste kühl präzisierte Synthesizer-Flächen und maschinell verzaubernde Klanggebilde, so unwirklich wie faszinierend, heraus, während sich „Don't laugh“ mit so gruselig erheiternden Samples und Handclap-Wahnsinn bestens gelaunt in tanzbare Gebiete vorwagt. Überhaupt ist es das Spiel mit kühler Ernsthaftigkeit und kabarett-artigen Versatzstücken, mit koordinaten-genauer Maschinenmusik und ihr entfliehender LoFi-Romantik, die so skizzenhaft zündet.

Atmosphäre ist während der 45 Minuten in jedem Falle genug vorhanden, so dass der Hörer auch nach dem zehnten Hördurchgang immer noch auf der Suche nach erhabenen Ausprägungen weilt, nicht ohne immer wieder mit Schätzen verwöhnt zu werden. Die Mischung aus Beats, analogen Synthesizer-Melodien und abwartend grazilen Piano-Elementen ist bei weitem nicht die Sound-Sensation, doch es macht die Essenz von „Fukui“ nur noch ausfüllender, genau diese gar nicht zu benötigen, um in Ohr und Herz zu bleiben. Eine wahrlich sonderbar beglückende Reise zwischen Europa und Asien, bei der die Verwendung der japanischen Sprache die Krönung darstellt.

Anspieltipps:

  • Office And Store
  • Thunderbird
  • Don't Laugh
  • Nobody Can Do Me No Harm

Neue Kritiken im Genre „Electro-Pop“
Diskutiere über „Stella“
comments powered by Disqus