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Anna Depenbusch Die Mathematik Der Anna Depenbusch


  • Label: 105 Music/Sony Music
  • Laufzeit: 41 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
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Die Erkenntnisse ihrer eigenen Mathematik hat Anna Depenbusch nach zweijähriger Produktionszeit auf ihrem zweiten Album zusammengefasst.

Frauen besitzen bekanntlich eine sehr spezielle Logik, die von den meisten Männern nicht so wirklich verstanden wird, da Frauen mehr auf Instinkt und Intuition vertrauen – also mehr aus dem Bauch als aus dem Kopf heraus entscheiden. Spinnt man diesen Faden weiter, ist es nur allzu natürlich, dass die Hamburger Liedermacherin Anna Depenbusch die Suche nach ihrer persönlichen musikalischen Formel als „Mathematik“ bezeichnet: „In meinen Liedern beschreibe ich Stimmungen und Gefühle, wie ich sie in mir wahrnehme. Es ist mein Blick auf die Welt und auf Situationen, die ich beobachte oder selbst erlebe. Meine eigene Mathematik der Dinge.“

Die Erkenntnisse ihrer eigenen Mathematik hat Anna Depenbusch nach zweijähriger Produktionszeit auf ihrem zweiten Album nach dem 2005er Debütwerk „Ins Gesicht“ zusammengefasst. Es erscheint über das angesehene Label 105 Music, auf dem u.a. auch Ina Müller, Annett Louisan, Frank Ramond und Stefan Gwildis ihre musikalischen Werke veröffentlichen. Die Hamburger Firma hat sich auf die Fahnen geschrieben, nur deutschsprachige Musik zu veröffentlichen und sich „richtig“ um ihre Vertragspartner zu kümmern, weshalb das Label jährlich nur eine sehr gut überschaubare Menge an neuen Projekten angeht. Damit hat die 32-Jährige einen Firmenpartner gefunden, der sich familiär wie ein Indie-Label um seine Künstler kümmert, aber auf den Vertrieb eines Majors (Sony Music) zurückgreifen kann.

Anna Depenbusch besingt in ihren Liedern kleine Alltagsgeschichten, die sich in ihrer Erzählweise deutlich von den 08/15-Texten aus Schlager und Pop unterscheiden. Und so handhabt Depenbusch es auch mit ihrer Musik, die sie alleine schreibt und produziert. So beginnt das Album mit einem hinreißenden Walzer („Tim liebt Tina“) und in der Folgezeit werden Songs nicht selten mit Orchesterklängen angereichert („Astronaut“, „Madame Clicquot“). Gerne und oft haben die Songs Chansoncharakter („Das Lied vom Kuss“), sie brechen aber auch in die Bereiche Dance-Pop („Wir sind Hollywood“), Country („Glücklich in Berlin“) und Blues aus („Wenn du nach Hause kommst“).

Anna Depenbusch hat die verhältnismäßig lange Entstehungszeit von zwei Jahren dazu genutzt, ein Album ganz nach ihren Vorstellungen zu machen, das frei von externen Einflüssen wie Co-Songwritern und Produzenten ist. Man spürt die Liebe zum Detail, hat aber nie das Gefühl, dass die Kompositionen verkopft oder überproduziert wären. Fazit: „Die Mathematik der Anna Depenbusch“ ist (auch für Männer) stimmig und eine wohltuende Abwechslung im Vergleich zu genreähnlichen Veröffentlichungen aus deutschen Landen.

Anspieltipps:

  • Astronaut
  • Tim liebt Tina
  • Ebbe und Flut
  • Das Lied vom Kuss
  • Wenn du nach Hause kommst

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