Codes In The Clouds - As The Spirit Wanes - Cover
Große Ansicht

Codes In The Clouds As The Spirit Wanes


  • Label: Erased Tapes/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
Artikel teilen:
5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Explosions In The Sky oder doch Codes In The Clouds? Die längst übersättigte Post-Rock-Welt bedient sich allzu gern bei poetischen Umschreibungen von Naturerscheinungen und fährt dabei regelmäßig den Großen Wagen ans Firmament, was mäßig spannende Gitarrenwände und vorprogrammierte, balsamierte Ruhephasen angeht. Die Rollen im Genre sind verteilt. Bands wie Mogwai, die wieder auferstandenen Godspeed You Black Emperor, Explosions In The Sky oder zuletzt I Like Trains stehen weit oben, während der Großteil einfach nur Mittelmaß abliefert. Codes In The Clouds aus England, seit 2007 im Geschäft und mit „As The Spirit Wanes“ beim zweiten Longplayer angelangt, reihen sich in der Masse ein, schwenken die Instrumental-Flagge jedoch würdevoll.

Auch wenn Label-Gründer Robert Raths sowie Ryan West als Co-Produzenten an „As The Spirit Wanes“ mitgewirkt haben und der Neo-Klassik-Elektroniker Nils Frahm in seinem Berliner Studio das Mastering übernahm, bleibt es während der knapp 40 Minuten bei überschaubarer Wellenhöhe. Die Gitarren flirren, das Schlagzeug treibt erhaben, ehe sich wiederkehrend der hymnische Part voller Wehmut und gleichzeitigem Aufbruch entlädt. So vorhersehbar zum Beispiel „The Tragedian“ ist, so sind immerhin die aufblitzenden, filigran dominierenden Gitarren zum Finale des Songs jedes Ohr wert.

Überhaupt sind Codes In The Clouds phasenweise bestechend, dem atmosphärischen Wohlklang vollkommen erlegen und verstehen es auch, den Hebel in Richtung Dissonanz umzulegen. Für absolute Genre-Verfechter sicher eine willkommene Ergänzung für das prall gefüllte Plattenregal, für Leute mit mehr Distanz zum so genannten Post Rock des letzten Jahrzehnts aber weit entfernt vom Pflichtkauf, denn zu viel kennt man bereits in aussagekräftiger Form. Der Kreis schließt sich, wenn einem vor allem die Parallelen zu Explosions In The Sky in den Sinn kommen, die als große Brüder von Codes In The Clouds so gut wie alles hier schon längst perfektioniert haben.

Anspieltipps:

  • Look Back, Look Up
  • You And I Change Like Seasons
  • Washington
  • The Tragedian

Neue Kritiken im Genre „Post-Rock“
Diskutiere über „Codes In The Clouds“
comments powered by Disqus