Akela - Orientation - Cover
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Akela Orientation


  • Label: Midsummer Records
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal weiß man vorher schon, dass man ordentlich auf den Deckel bekommt, wenn man eine Rezension schreibt. Davon darf auch diesmal ausgegangen werden, da Post-Core-Musik, wie Akela sie spielt, einem jeden durch andere Bands bekannt vorkommen dürfte. Hier wird als großes Vorbild einfach Isis zur Hand genommen. Die Steine dürfen jetzt geworfen werden. Aber warum eigentlich? Die Lüdenscheider liefern einen Mix aus heftigen Gitarrenwänden und wabernden Klangcollagen. Ganz wie die genialen Isis. Bei gerade mal 41 Minuten verteilt auf zwölf Tracks ist zwar von vornherein klar, dass man sich hier weniger Zeit nimmt, einzelne Lieder zu entfalten, doch dafür gibt es mehr Neuansätze. So zumindest der Anspruch des krachenden „Orientation“.

Kommando zurück! Ganze fünf der zwölf Songs schaffen nicht einmal die Drei-Minuten-Hürde. Drei dieser fünf Stücke sind sogar nur bloße Intros zu den Folgestücken. Von daher gibt es doch nicht so viele Stücke zu bewundern, wie man zu Beginn dachte. Von diesem Standpunkt aus möchte man im ersten Moment natürlich fragen, ob diese 41 Minuten genug für ein Album sind, aber wenn selbst Popgrößen nach jahrelangen Pausen nicht mehr als eine gute halbe Stunde liefern, dürfen wir den Brechern aus Deutschland nicht böse sein. Lieber konzentrieren wir uns auf die Kern- und Glanzpunkte dieses Klangmonsters. Ob „I Miss Being A Tree“, „The Alarmist“ oder „Uncharted Territories“. Alle Songs, die mehr als vier Minuten bekommen, um sich zu entfalten, klatschen dem Hörer eine solch gewaltige Mischung aus Post-Hardcore und Shouting entgegen, dass es niemanden auf seinen Latschen halten sollte. Dem Genre entsprechend, halten Akela, was sie versprechen.

„A Small Stage In A Cosmic Arena“ wirkt als einziger Track ein wenig überhastet und vielleicht auch zu brutal. Keine Atempause und wenig Klangspielereien, sondern einfach strikte Gewalt am Ohr des Hörers sind nicht Jedermanns Sache. Natürlich steht man auf diese vor sich hin prügelnden Riffs und Melodien, wenn man überhaupt eine Band wie Akela hört, doch die sphärischen Klänge, die sich auch wieder im Schlusstrio dem Hörer eröffnen, machen eine weitere Ebene aus, die ungeübte Ohren gerne überhören. Dieser epische Tiefgang fehlt in besagtem Stück jedoch gänzlich, was den Song auch für Fans roher Kost anstrengend macht. Mit sechs gelungenen Stücken von sieben eigentlichen Tracks, kann das Album sich wirklich sehen lassen. Die Intros und Klangexperimente mit kurzer Spieldauer haben auch eine geringe Halbwertzeit, was den Gesamteindruck durchaus schmälert. Eine vernünftige Post-Core-Alternative stellt der Fünfer aus Lüdenscheid trotzdem dar. Und das will doch etwas heißen!

Anspieltipps:

  • The Alarmist
  • The Architect
  • I Miss Being A Tree

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