Triggerfinger - All This Dancin´ Around - Cover
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Triggerfinger All This Dancin´ Around


  • Label: Excelsior Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie ein David-Lynch-Film möchten Triggerfinger gern klingen: Atmosphäre anstatt Erklärungen, dabei trotzdem intellektuell und gleichermaßen irgendwie rebellisch.

Wie ein David-Lynch-Film möchten Triggerfinger gern klingen: Atmosphäre anstatt Erklärungen, dabei trotzdem intellektuell und gleichermaßen irgendwie rebellisch. Das hört sich tatsächlich zunächst einmal reichlich weit her geholt an, denn Vergleiche wie diese werden dem Hörer wohl kaum in den Sinn kommen, wenn sie die neue Scheibe „All This Dancin' Around” das erste Mal in den Player legen.

Der titelgebende Opener „All This Dancin' Around“ hat weder von der erzeugten Stimmung, noch von der Struktur her etwas mit verschachtelten Psycho-Noir-Filmen der Marke „Lost Highway“ oder „Mulholland Drive“ zu tun. Der Song ist viel mehr Indie-Rock in Reinkultur, wie gemacht für Studentendiscos und die nächste Rock-Party. Nach mehrmaligem Hören kann der Nummer ein gewisses Hit-Potenzial kaum abgesprochen werden, die makellose Produktion tut ihr übriges. Ähnliches gilt auch für das etwas unspektakulärere „Let it Ride“, das diesmal mit dezenten Beatles-Anklängen im Verse daher kommt.

Erst bei „Long Lost In Love“ scheinen die Lynch-Parallelen auf einmal gar nicht mehr so abwegig zu sein: die deutlich gedrosselte Strophe beschwört in der Tat die geheimnisvolle Atmosphäre des Mystery-Noir-Altmeisters, bevor der Refrain abermals gewohnte Indie-Rock-Pfade betritt. Spätestens das darauf folgende „I'm Coming For You“ hätte sich definitiv auf dem Soundtrack von „Lost Highway“ befinden können. Der tanzbare Beat der ersten Songs ist nun gänzlich verschwunden. Hypnotisches Mitwippen auf dem Barhocker ist angesagt, bevor „All Night Long“ und „Feed Me“ mit schleppendem Tempo und verzerrtem Gesang sämtlichen Bewegungsdrang komplett vernichten. Hier hilft nur noch Kerzen anzünden, Augen schließen und die Songs auf sich wirken lassen!

Bevor man auf diese Art und Weise allerdings gänzlich im Traum-Nirwana verschwindet, legen Triggerfinger in der zweiten Albumhälfte noch einmal nach. „Cherry“ und „Tuxedo“ treten auf das Gaspedal, ohne dabei freilich die Mainstream-Kompatibilität der ersten Songs zu erreichen. Das Gros der Titel spielt sich ohnehin eher im ruhigeren Bereich ab. „My Baby's Got A Gun“, „Without A Sound“ und „It Hasn't Gone Away“ wirken auf ihre Art gleichermaßen hypnotisch. Die Party ist endgültig vorbei und die letzten Gäste hängen ihren (Alb-)träumen nach. Ob Lynch's „Mystery Man“ darin eine Rolle spielt, kann spätestens jetzt nicht mehr gänzlich ausgeschlossen werden...

Anspieltipps:

  • All This Dancin' Around
  • Love Lost In Love
  • I'm Coming For You
  • It Hasn't Gone Away

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