Adele - 21 - Cover
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Adele 21


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 48 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Vergleiche mit Kate Nash, Duffy und natürlich Amy Winehouse nerven nicht nur Adele, sie legt ein Zweitwerk vor, das qualitätsmäßig alle genannten Kolleginnen locker abhängt.

Wer bringt den berühmten Produzenten Rick Rubin (Slayer, Johnny Cash) dazu, über den großen Teich auf die britische Insel zu jetten, um nur vier Songs aufzunehmen? Adele heißt die 21jährige britische Songwriterin und Sängerin, die auch noch illustre Produzenten wie Paul Epworth (Bloc Party) und Jim Abbiss anlockte. Sie komponierte zusammen mit diesen und Schmusepop-Schreiber Ryan Tedder (One Republic, Leona Lewis), um elf neue Songs fast drei Jahre nach ihrem vielbeachteten Debüt „19“ zu erschaffen.

Es entstand eine mitreißende Pop-Rock-Mischung, die trotz der vielen musikalischen Köche ein überaus gelungenes Menü darstellt: Schon der erste Song „Rolling in the deep“ rollt sprichwörtlich aus den Boxen und nicht nur dank der eindrucksvollen Stimmkraft von Adele beschert einem der Track einen Ohrwurm, der unauslöschlich bleibt: Dieses treibende Soul-Gospel-Monster muss einfach ein Hit werden. Pop, Rock, Retro-Soul, Gospel, Country und einen Hauch R&B werden derart gekonnt serviert, da findet man einfach keinen schwachen Song!

Die Balladen wie z.B. „ Turning Tables“, welches von einem Piano und von Adeles dunkler souliger Stimme dominiert wird, begeistern genauso wie die Uptempo-Nummern. Diese Sängerin kann einfach alles singen: Ob emotional sanft oder energiegeladen und kraftvoll, diese Adele veredelt jeden Song auf ihre unnachahmliche gesanglich unübertroffene Weise. Die Songs selbst besitzen aber genug Qualität, um nicht nur als Beiwerk durchzugehen, das wäre unfair, denn die erwähnte abwechslungsreiche Mixtur der Genres bereitet dem Hörer immer neue Freude.

„Set Fire to the Rain“ beispielsweise zelebriert fast perfekte Popmusik: Piano und Gesang beginnen und es setzen immer mehr Instrumente einschließlich der Geigen ein, die eine bombastische Stimmung erzeugen, wobei das nie überladen wirkt, da diese Stimme alles in Schach und zusammen hält und nicht nur diese Hymne noch besser macht. Der Country-angehauchte Song „I'll Be Waiting“, wobei auch hier das allgegenwärtige Piano mitspielt, zaubert entspannte, aber dennoch typische Nu-Soul-Stimmung herbei. Sogar eine Coverversion kann sich Adele erlauben: „Lovesong“ von The Cure ist eigentlich ein fast totgedudeltes Stück Musik, aber was sie gesanglich daraus macht, ist beeindruckend: Man meint, dass hat sie geschrieben, so perfekt passt es zu ihrem Gänsehaut erzeugenden Gesangsstil, der einfach berührt..

Die ewigen Vergleiche mit Kate Nash, Duffy und natürlich Amy Winehouse nerven nicht nur Adele, sie legt ein Zweitwerk vor, das qualitätsmäßig alle genannten Kolleginnen locker abhängt. Adele bleibt musikalisch nicht stehen und hat den Nu-Soul-Charakter ihrer Musik gekonnt ausgebaut und um weitere Facetten anderer oben erwähnter Genres erweitert, sie verfügt trotz ihrer 21 Jahre über ein großes Songwriterpotenzial und eine Stimme, die ihresgleichen sucht, man kann also auch ohne Skandale mit sehr viel Talent erfolgreich werden und es mit Sicherheit auch zukünftig bleiben.

Anspieltipps:

  • Rolling in the Deep
  • Turning Tables
  • Set Fire to the Rain
  • I'll Be Waiting
  • Someone Like You

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