Joan As Police Woman - The Deep Field - Cover
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Joan As Police Woman The Deep Field


  • Label: PIAS/Rough Trade
  • Laufzeit: 56 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Joan „As Police Woman“ Wasser aus dem US-Bundesstaat Maine legt mit „The Deep Fields“ ihr drittes Studioalbum nach „Real Life“ (2006) und „To Survive“ (2008) vor, natürlich mit dem Ziel an die Erfolge der Vorgängeralben anzuknüpfen und diese noch zu steigern.

Die Musikerin, die schon seit jungen Jahren Geige spielt, kann bereits auf einen breiten Lebenslauf zurückblicken, denn sie spielte u.a. schon mit Größen wie Elton John, Sheryl Crow, Rufus Wainwright oder den Scissor Sisters live wie auf deren Studioaufnahmen. Für den Silberling konnte sie, wie auch schon bei den vorigen Alben, Bryce Goggin (u.a. Produzent der Ramones) gewinnen. Zudem darf sich das Album mit einem breiten Cast an Gastmusikern schmücken, wie Joan selbst sagt ein Vorteil und Geschenk, das die Stadt New York mit sich bringt. Instrumente sind dabei teilweise doppelt besetzt, um in den einzelnen Liedern verschiedene Klangmöglichkeiten vollständig auszuschöpfen, schließlich hat jeder Musiker seinen eigenen Stil, seine eigene Note und damit eine andere Klangmöglichkeit.

Entgegen vieler Musiker, die tiefgreifende, zumeist traurige Emotionen in ihren Songs verarbeiten, möchte die US-Amerikanerin in ihrer Musik einzig das positive Lebensgefühl ausdrücken. So beinhalten nicht nur ihre Songs durchgängig positive Themen, auch der Albentitel „The Deep Field“, benannt nach einem kleinen Fleck im entferntesten bisher entdeckten Universum Ursa Major, ist philosophisch positiv ausgelegt.

Nach eher undefinierbarem Klangteppich beginnt der Silberling mit „Nervous“ mit Joans bester Seite – ihrer einzigartigen Stimme, die genau den nötigen Touch Soul hat, der ihr die nötige Würze verleiht. Bei „The Magic“ hat man allerdings erstmal das Gefühl, in einem Cover gelandet zu sein. Die Melodielinie ist die von „Cry Me A River“ (Justin Timberlake), Joans Gesang steht dazu im direkten Kontrast, was den Titel zu einer der interessanteren des Albums macht.

Die Texte mögen positiv sein, musikalisch entwickelt sich allerdings insgesamt ein eher ruhiger Klangteppich mit deutlichem Vitagetouch. Als Highlights sind neben „The Magic“ definitiv „Run For Love“ und „Human Condition“ zu nennen, doch die wirklichen Wow-Momente bleiben aus. So fehlen die Höhepunkte, die aus diesem Silberling mehr als nette Loungemusik machen würden. Da helfen auch intelligent eingesetzte Gastmusiker und ein tiefgründiges, vielschichtiges Klangbild nicht.

Anspieltipps:

  • The Magic
  • Run For Love
  • Human Condition

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