Iron And Wine - Kiss Each Other Clean - Cover
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Iron And Wine Kiss Each Other Clean


  • Label: Beggars/INDIGO
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es gibt einiges zu entdecken auf „Kiss Each Other Clean”, aber nicht alle Songs finden auch den Weg zum Herzen des Hörers.

Als sich Sam Beam alias Iron & Wine das letzte Mal mit seiner B-Seiten und Raritäten-Sammlung „Around The Well“ zu Wort meldete, lobte ich den Singer/Songwriter noch für die Intimität, die seinen seit jeher Songs innelag. Doch schon auf der zweiten CD dieses Albums befanden sich Songs, die dieser Tradition durch die Erweiterung auf eine komplette Band einen leichten Knick versetzten. Man ahnt es schon: Auf der neuen, regulären Platte „Kiss Each Other Clean” blendet der vollbärtige Sänger mit der sanft-beruhigenden Stimme eben jene intimen Momente fast vollständig aus.

Das Beam seine Flügel ausstreckt, wird schon im ersten Moment offensichtlich, wenn „Walking Far From Home“ von einem Schlagzeug eröffnet wird, ein Synthie im Hintergrund blubbert, ein Piano ertönt und Beams Stimme sich nicht nur ungewohnt selbstsicher erhebt, sondern gleichzeitig über einen Loop die Zweitstimme gibt. Das ist schon ganz schön viel für nur einen einzigen Iron & Wine-Song, doch „Kiss Each Other Clean” hat noch einiges mehr in petto: Ein feines Saxofon bereichert „Me And Lazarus”, im ruhigen „Rabbit Will Run” schleicht sich ein Xylofon ins Geschehen, bei „Godless Brother In Love” ertönen Klavier sowie Harve, mehrstimmiger Gesang wo auch immer man hinhört.

„Tree By The River” ist reinster Akustikgitarrenpop, die locker dahin schnatternden Blechbläser des siebenminütigen Finales „Your Fake Name Is Good Enough For Me” suggerieren Jazz und wie die von leichtem Funk angetriebene Nummer „Big Burned Hand” da noch zwischen passt, bleibt ein Rätsel. Über die Wah-Wah-Gitarreneffekte von „Monkeys Uptown” und die Buschpercussion bei „Rabbit Will Run” braucht man sich an dieser Stelle dann selbstverständlich nicht mehr wundern. Das alles hängt nur lose zusammen, ist aber wunderbar unaufdringlich.

Es gibt einiges zu entdecken auf „Kiss Each Other Clean”, aber nicht alle Songs finden auch den Weg zum Herzen des Hörers. Doch die allgemein höhere Lautstärke bringt frischen Wind in die Musik von Iron & Wine, die offenen und doch zeitweise verblüffend detailliert arrangierten Songs ziehen überwiegend in ihren Bann. Und zu guter Letzt gibt es sie eben doch noch, die folkigen Lagerfeuer-Momente, für die man Iron & Wine kennt: Wenn Beam „Godless Brother In Love” anstimmt, ist alles beim Alten.

Anspieltipps:

  • Walking Far From Home
  • Tree By The River
  • Godless Brother In Love
  • Your Fake Name Is Good Enough For Me

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