Bonfire - Branded - Cover
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Bonfire Branded


  • Label: LZ Records/Sony Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Bonfire-Fans sollten sich nicht abschrecken lassen und für ihr Geld genau das bekommen, was sie erwarten.

Fossile oder Urgesteine? Peinlichkeiten im Plattenschrank oder alte Helden? Oder sind Bonfire am Ende einfach nur 80er-Jahre-Hardrock-Untote? Es kommt wohl darauf an, wen man fragt. Wahrscheinlich liegt die Antwort auch irgendwo dazwischen. Immerhin waren die Ingolstädter in 30 Jahren Bandgeschichte nie so richtig weg, wenn man von einigen Umbesetzungen und kürzeren Veröffentlichungspausen in den 90er Jahren absieht. Hier liegt wohl der größte Unterschied zu Kollegen wie Europe, die erst das große Classic-Rock-Revival ab den 2000er Jahren nutzten, um wieder richtig loszulegen.

Doch was bedeutet das für das neue Album „Branded“? Nun, zunächst einmal die sichere Garantie, dass auf dieser Scheibe keine Überraschungen zu erwarten sind. So legt der Opener „Deadly Contradiction“ auch wie erwartet los: ein typischer Midtempo-Stampfer mit eingängigem Refrain und etwas düsterer Grundstimmung. Das geht zwar in Ordnung, verführt aber nicht gerade zu Jubelstürmen. Die darauf folgenden „Just Follow The Rainbow“ und „Save Me“ klingen nicht nur vom Songtitel her nach schon tausendmal gehört und bieten mittelmäßige Genrekost. Schon zu diesem Zeitpunkt fällt auf, dass eine etwas knackigere Produktion den Songs gut getan hätte. Doch die wurde so glatt geschliffen, dass in Kombination mit unspektakulären Melodien und Textplattitüden („Save me from my loneliness“) eine hochgradig klebrige Mischung entsteht.

Etwas besser macht sich anschließend „Let It Grow“. Zwar reiht sich auch hier eine lyrische Phrase an die nächste („I'm still dreaming about a world united“ / „grown a seed of love and hope inside“ / „everybody share a piece of freedom“), dafür kann das clevere Arrangement überzeugen, während die Melodie an die besten Bon-Jovi-Powerballaden der 80er Jahre erinnert. Nach diesem kleinen Lichtblick kann „Better Days“ das Niveau leider nicht halten und driftet wieder zurück ins Mittelmaß, bevor „Do Or Die“ in Sachen Härte zwar kräftig überrascht, aber melodiös so vorhersehbar bleibt wie die Sternsinger an Dreikönig.

„Close To The Edge“ und „Crazy“ bewegen sich dann aber abermals in unauffälligem Midtempo, bevor „Loser's Lane“ dank Hymnenartigen Refrain noch einmal überzeugt. Zum Schluss gibt es dann mit satten drei Balladen noch einmal einen Gefühls-Overkill. „Hold Me Now“, „I Need You“ und „Rivers Of Glory“ wären für sich wohl ganz nett anzuhören, sind am Stück allerdings nur mit Vorsicht zu genießen.

Bonfire-Fans werden sich davon freilich nicht abschrecken lassen und für ihr Geld wohl auch tatsächlich genau das bekommen, was sie erwarten. Immerhin ist kein Song dabei, der durch penetrantes Nerven die Skip-Taste provoziert, echte Höhepunkte sind dagegen leider genauso selten gesät. Wer sich dagegen selbst nicht zu den 80er-Jahre-Hardcore-Fetischisten zählt, dem sei als Fazit Zeilen aus dem Refrain von „Loser's Lane“ ans Herz gelegt: „It's the same old game with a different name / I know, it's a waste of time“.

Anspieltipps:

  • Deadly Contradiction
  • Let it Grow
  • Loser's Lane
  • Hold Me Now

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