Times Of Grace - The Hymn Of A Broken Man - Cover
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Times Of Grace The Hymn Of A Broken Man


  • Label: Roadrunner/WEA
  • Laufzeit: 53 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nein, das Rad haben Killswitch Engage mit ihrem letzten, selbstbetitelten Album (06/2009) nicht neu erfunden, aber im Vergleich zur verflüssigten Schmachtorgie „As daylight dies“ (11/2006) war man als Fan der ersten Stunde froh, etwas in Händen zu halten, was nicht nach aufgewärmtem Fast Food schmeckte. Bevor die Reise für Killswitch Engage weitergeht, will Adam Dutkiewicz (Gitarre, Bass, Schlagzeug) jedoch sein eigenes Süppchen kochen und mit Times Of Grace alleine durchstarten. Nun ja, zumindest hatte er das vor. Da er nämlich befand, das seine Singstimme keinen Goldkehlchenstatus besitzt, wandte er sich an den ehemaligen KsE-Shouter Jesse Leach, der den Massachusetts-Act 2002 zugunsten seiner Ehe verlassen hatte und mittlerweile bei Seemless und The Empire Shall Fall untergekommen ist.

Gemeinsam wollen sie nichts Geringeres als einen „modernen Klassiker“ schaffen, der schubladentechnisch ein breit gefächertes Repertoire bietet und mit einer Mischung aus Metalcore, Experimentellem, Alternative Metal und Shoegaze die Grenzen zwischen Times Of Grace und Killswitch Engage ziehen soll. Nach den ersten Durchgängen von „The hymn of a broken man“ entpuppen sich diese Versprechen allerdings als heiße Luft, denn außer ein paar netten Ansätzen und den üblichen Krankheiten, die schon bei „As daylight dies“ die Songstrukturen befallen hatten, gibt es auf der Dutkiewicz / Leach-Kollaboration nichts spektakulär Anderes zu vermelden, was die Platte von einem schwachbrüstigen Killswitch Engage-Output unterscheidet.

Viel mehr klingen Tracks wie „Willing“, „Where the spirit leads me“, „Live in love“, „Hope remains“, „Worlds apart“ oder der Titeltrack (frei nach der vielfach angewandten Blaupause für eine emotional ergriffene Metalcore-Nummer aus dem Jammertal der Gefühle) wie leicht abgeänderte Varianten bereits bestehender KsE-Songs, die nun mal eben von Jesse Leach und nicht von Howard Jones gesungen werden. Hervorstechendes Material bieten Times Of Grace lediglich im Opener „Strength in numbers“, der durch sämtliche Gänge durchschaltet, damit fordernd bleibt und zudem eine fabelhafte Melodie in sich birgt, dem eigenwilligen, weil schwer durchschaubaren „Fight for life“ und der von cooler Westernatmosphäre zehrenden Akustikballade „The forgotten one“. Der Rest bewegt sich zwischen kitschigem Instrumental („In the arms of mercy“), einschläferndem Wiegenlied („Fall from grace“) und uninspiriertem Geschunkel („Until the end of days“, „The end of eternity“), das alleine wegen einem aufbäumenden, grummelnden Finale seine Daseinsberechtigung beziehen soll.

So wichtig wie diese Veröffentlichung scheinbar für Jesse und Adam war („Adam and I had a spiritual connection while making this and I know that it comes through the performances and lyrics. This record has our blood, sweat and tears flowing through it. It is painfully honest at times. In short this records is our catharsis.”), so verzichtbar ist sie für den nach Neuerungen im Killswitch Engage-Kosmos suchenden Anhänger. Wer jedoch lediglich ein paar neue Songs mit Jesse Leach am Mikro sucht, die einige Trademarks seiner früheren Band in sich tragen und kein Problem damit hat, dass es sich bei „The hymn of a broken man“ nicht einmal ansatzweise um ein zweites „Alive or just breathing“ (05/2002) handelt, dürfte hiermit fündig und glücklich werden.

Anspieltipps:

  • Fight For Life
  • The Forgotten One
  • Strength In Numbers

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