Garden Of Eden - Puzzle - Cover
Große Ansicht

Garden Of Eden Puzzle


  • Label: Fastball/Sony Music
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Moderne Produktionen haben ein erschreckend gutes Ausmaß genommen. Heutzutage hört man sofort, wer oder was hinter dem Mischpult stand, wobei es natürlich auch gewollt sein kann, wenn eine Band mehr Old-School klingt. Bei Garden Of Eden aus Heidelberg kommt dieser Gedanke sogar ziemlich schnell. Die Gruppe ist kein strahlendes Licht am Mainstream-Himmel und fristet ein gemütliches Nischendasein. Da darf man auch Platte auch ruhig wie beim Live-Auftritt klingen. Überhaupt ist das eine Fähigkeit, die Bands sonst zu Gute gehalten wird. „Puzzle“ gibt sich die gesamte Laufzeit über zwar nicht amateurhaft, doch die Platte klingt schroff genug und weist genug Lücken zwischen einzelnen Tönen auf, dass man nicht das Gefühl bekommt, eine Monsterproduktion vor sich zu haben.

Garden Of Eden geben sich nach 16 Jahren noch genauso bescheiden wie zu Beginn und das spiegelt sich auch in ihrer Musik wider. Keine übertriebenen Spielereien, sondern gekonnte Rocksongs sind das Patentrezept der Gruppe. Da gibt es einige Parallelen zu den großen Alternativ-Bands der letzten zehn Jahre und ganz up to date klingen die Tracks auf „Puzzle“ auch keineswegs. Anstatt dessen ruft man sich die Guano Apes zurück ins Gedächtnis, wobei der Gesang hier natürlich weniger aggressiv als bei der guten Frau Nasic klingt. Wenn man eine Stufe runter schaltet, dann ist dieser Vergleich jedoch gar nicht so verkehrt. Vorzeige-Single „Soulsound“, zu der auch ein Video auf den Silberling gebrannt wurde, dürfte die Massen bei Live-Gigs zum Schwitzen bringen, genauso wie vorher schon „Boomerang“.

Ansonsten gibt es erstaunlich viele Lieder für eine Alternative-Rock-Band, die mehr zum Nachdenken einladen. „You Set Me Free“ bietet eine Balance aus Blues und Rock, der mal nicken, mal springen lässt. „Fusion“ überrascht mit psychedelischen Einschüben, die im ersten Moment an S.O.A.D. Erinnern könnten (von der Machart. Mit solchen Vergleichen muss man vorsichtig sein!), nur um dann wieder zu der befreiten Rocknummer zu werden, die es schon vorher war. Insgesamt sollte jeder Fan von guter Rockmusik den ein oder anderen schönen Moment auf diesem Album finden. Wirklich etwas Besonderes ist es zwar nicht, doch gute, deutsche Hausmanns-Rock-Kost wird hier allemal geboten. Es fehlen die wirklichen „Aha“-Momente. Da hilft es auch nichts, wenn das Cover einen Preis gewonnen hat. Was zählt, ist auf Platte, um eine Fußballweisheit abgeändert wiederzugeben. Da herrscht nun mal (gutes) Mittelmaß.

Anspieltipps:

  • Fusion
  • Soulsound
  • You Set Me Free

Neue Kritiken im Genre „Alternative Rock“
6/10

(How To Live) As Ghosts
  • 2017    
Diskutiere über „Garden Of Eden“
comments powered by Disqus